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Hinterland Höhere Abschläge empören Kunden
Landkreis Hinterland Höhere Abschläge empören Kunden
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06:15 26.05.2012
Viele Eon-Kunden ärgern sich über überhöhte Abschlagszahlungen, die aufgrund eines EDV-Fehlers entstanden sein sollen. Quelle: Thorsten Richter
Halsdorf

Mehr als 1500 Euro hatte der Halsdorfer Rentner Heinrich Schmiermund gut. „Ich habe also weniger Strom verbraucht, als ich mit den monatlichen Abschlagszahlungen bezahlt hatte“, erklärt er im Gespräch mit der OP. Dennoch erhöhte die Eon Mitte Vertrieb GmbH seinen monatlichen Abschlag - um fast 100 Euro. „Das kann doch nicht sein. Können die nicht rechnen“, fragte sich Schmiermund, wandte sich an die OP und beschwerte sich zeitgleich bei dem Stromlieferanten.

Schmiermund ist, das hat er durch Umfragen in seinem Bekanntenkreis herausgefunden, nicht der einzige, dem es so erging. Unter anderem sind auch Käthe Witzel und Käthe Grebing aus Halsdorf betroffen. Sie sollen ebenfalls trotz Überschuss aus dem Vorjahr für dieses Jahr höhere Abschlagsraten zahlen.

Weil Käthe Witzel sich dem nicht fügen wollte, ignorierte sie die Zahlungsaufforderung, beließ die Einzugsermächtigung bei ihrer Bank bei der Rate aus dem vergangenem Jahr und erhielt prompt eine Mahnung samt Mahngebühren in Höhe von fünf Euro.

„Es ärgert mich, wie hier mit den Leuten umgegangen wird“, kritisiert Heinrich Schmiermund. Für die höhere Rate werde nicht einmal ein Grund angegeben. „Und allein die Strompreiserhöhung kann es rein rechnerisch nicht sein“, betont er verärgert. Der Stromkonzern nutze die Unkenntnis vieler Kunden, die bei den vielen Zahlen auf der Abrechnung nicht durchblicken würden, schamlos aus, so seine Meinung. „Die wenigsten legen doch wie ich Beschwerde ein“, ergänzt er.

Seine Beschwerde hat ihm im Nachhinein aber viel Geld gespart: Schmiermunds Abschlagszahlung wurde auf unter 500 Euro im Monat herabgestuft. Auch Käthe Witzel hat mithilfe eines Beschwerdebriefes erreicht, dass sie nicht die höhere, sondern die gleiche Rate wie im Jahr 2011 zahlen kann.

Auf Nachfrage der OP beim Stromkonzern in Kassel erklärte Eon Mitte Vertrieb, dass es aufgrund eines Systemfehlers in der EDV bei der Versendung vereinzelter Jahresrechnungen zu einer überhöhten Fixierung der Abschläge gekommen sei. „Die von Eon Mitte Vertrieb in der Jahresabrechnung definierte Höhe der Abschlagszahlungen, ist grundsätzlich als ein Vorschlag für unsere Kunden zu verstehen. Im Normalfall wird die Summe in Anlehnung an das bisherige Verbrauchsverhalten errechnet und im Interesse des Kunden in der Höhe so angesetzt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Nachzahlung bei der nächsten Jahresrechnung für den Betroffenen möglichst gering ist“, informiert das Unternehmen. Jeder Kunde habe die Möglichkeit, eine nach seinen Wünschen und seinem Verbrauchsverhalten ausgerichtete Höhe der Abschlagssumme festzulegen und den Betrag zu ändern. „Einzige Voraussetzung dafür ist, dass unser Team im ServiceCenter über diesen Wunsch informiert wird“, so Eon. Derzeit widme sich der Konzern intensiv der Behebung der Ursachen für die überhöhten Abschläge.

von Katharina Kaufmann