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Hinterland Hinterländer gesteht Sexmails an Ariane Friedrich
Landkreis Hinterland Hinterländer gesteht Sexmails an Ariane Friedrich
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08:17 19.07.2012
Quelle: Julian Stratenschulte
Marburg

Mit der Stellungnahme des Verteidigers ging bei der Staatsanwaltschaft Marburg auch das Geständnis des 38-jährigen Hinterländers ein, der eingeräumt hat, die Hochspringerin Ariane Friedrich sexuell belästigt zu haben. Es ist davon auszugehen, dass in dem Fall vor dem zuständigen Gericht Anklage erhoben wird.
Der Fall hatte im Mai dieses Jahres für Wirbel gesorgt, weil sich die Hochspringerin auf unkonventionelle Art gegen den Mann zur Wehr gesetzt hatte. Der Hinterländer hatte Friedrich eine E-Mail mit folgendem Inhalt geschickt: „Willst du mal einen schönen schw*** sehen, gerade geduscht und frisch rasiert?“ An diese Nachricht soll  er noch ein Foto seines Geschlechtsteils angehängt haben.
Auf Facebook hatte Friedrich den Namen des Hinterländers veröffentlicht. In der Vergangenheit hat sie viel hinnehmen müssen  – Beleidigungen, Stalking und auch sexuelle Belästigungen – und fand es nun an der Zeit, zu handeln.
Am 16. April 2012 veröffentlichte sie die eindeutig obzöne Nachricht des Users mit Namen und Wohnort auf ihrem Facebook-Profil.
Sie schrieb: „Nein, Herr XXX, ich möchte weder ihr Geschlechtsteil noch die Geschlechtsteile anderer Fans sehen.“ Damals hatte sie dem User öffentlich mit einer Anzeige gedroht. Der Fall beschäftigte dann die Marburger Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dazu sind mittlerweile abgeschlossen, teilte die Pressesprecherin Annemarie Wied gestern auf OP-Anfrage mit. Die Mitarbeiter des Landeskriminalamtes hatte bereits im Mai 2012 die Wohnung des 38-Jährigen durchsucht und  Datenträger sichergestellt.
Es steht gegen ihn der Vorwurf der Verbreitung pornografischer Schriften im Raum. Das Strafmaß dafür reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe.
Die Polizistin Friedrich musste sich zwar nach ihrem FacebookEintrag den Vorwurf der Selbstjustiz gefallen lassen, die Staatsanwaltschaft Darmstadt sah aber keinen Anlass, gegen die  Spitzensportlerin zu ermitteln.