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Hessens geheimnisvollster Ort liegt im Landkreis

hr-Zuschauer-Abstimmung Hessens geheimnisvollster Ort liegt im Landkreis

Der Jungfrauenbrunnen in Buchenau ist etwas ganz Besonderes. Als Osterwasser geschöpft, werden dem Quellwasser heilende Kräfte zugesprochen.

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In einem kleinen Rinnsal läuft das Wasser am Jungfrauenbrunnen aus dem Berg. Es soll heilende Wirkung haben. Fotos: Archiv, HR

Buchenau. Unter 40 Orten in Hessen wählen die hr-Zuschauer im Internet den Jungfrauenbrunnen als den Ort aus, der eine faszinierende Aura hat und offenbar das größte Geheimnis birgt. Das teilte der Sender am Mittwoch mit. Der Brunnen am alten Trimm-dich-Pfad wird so genannt, weil dort einst Nonnen eines Klosterhofes ihr Wasser holten. Der Klosterhof befand sich auf dem Gelände eines heutigen Bauernhofs im Zentrum des Dautphetaler Ortsteils.

An der kleinen Quelle am Wegesrand wurde das Osterwasser geschöpft. Dem Wasser werden magische Kräfte zugesprochen, wenn man sich an bestimmte Regeln hält: Am Ostersonntag muss man vor Sonnenaufgang allein und schweigend zur Quelle gehen, sonst wirkt der Zauber nicht.

Der Überlieferung nach muss der Krug dreimal gefüllt werden. Erst die dritte Füllung entfaltet eine wundersame Wirkung.

Noch bis ins 20.Jahrhundert glaubten die Menschen an die heilende Wirkung des Quellwassers. Das Osterwasser wurde daher auch als Medizin eingesetzt, half beispielsweise bei Verbrennungen oder bei Magenverstimmungen.

Der Jungfrauenbrunnen ist heute ein beliebter Rastplatz für Spaziergänger. In den 1980er Jahren wurde dort ein Tretbecken und ein Unterstand errichtet.

Die Region verfügt noch über einen weiteren geheimnisvollen Ort. Der Postraub in der Subach, der auf einer wahren Begebenheit basiert und 1971 unter dem Titel „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach“ von Volker Schlöndorff verfilmt wurde, landete auf Platz 20.

Am 19. Mai 1822 gelang es acht armen Bauern und Tagelöhner aus Kombach, Dexbach und Wolfgruben nach einigen Fehlversuchen eine Postkutsche, die monatlich von Gladenbach nach Gießen fuhr, zu überfallen.

Die Diebe raubten 10.466 Gulden, ihr Coup ging in die Kriminalgeschichte als der „Postraub in der Subach“ ein. Allerdings wurde den Räubern ihr plötzlicher Reichtum zum Verhängnis. Sie wurden überführt und schließlich zum Tode durch das Schwert verurteilt. Nur Räuberhauptmann David Briel, dessen Idee der Postraub war, entzog sich seiner Verhaftung und damit dem Todesurteil durch Flucht nach Amerika.

Der Wanderweg „Postraubroute“ erinnert an den spektakulären Raub und führt an den Originalschauplätzen des Postraubs vorbei zum Aussichtsturm auf der Koppe hinauf. Startpunkt ist das Kornhaus in Mornhausen/S.

von Silke Pfeifer-Sternke

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