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Hinterland Helferin wirft Verein Lohnwucher vor
Landkreis Hinterland Helferin wirft Verein Lohnwucher vor
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19:59 12.01.2010

Marburg. Die seit dem 1. November 2001 beim Verein zur Förderung der Integration Behinderter in Marburg angestellte Teilzeitkraft forderte gestern vor dem Marburger Arbeitsgericht zudem Lohnnachzahlungen von rund 17 600 Euro.

Sie sei als Helferin angestellt, führe aber die gleichen Arbeiten aus wie die Vollzeitbeschäftigten des Vereins. „Darum möchte meine Mandantin auch genauso bezahlt werden“, erläuterte deren Anwalt.

Rund 430 Mitarbeiter arbeiten für den fib, davon 400 als sogenannte Helfer auf Teilzeitbasis. „Diese bekommen einen Stundenlohn von 7,73 Euro, wohingegen die hauptamtlichen Assistenten 11,71 Euro bekommen. Und dass, obwohl alle die gleichen Arbeiten machen und die selbe Verantwortung tragen“, argumentierte die Klägerseite. Das sei strafbarer Lohnwucher und ein Verstoß gegen das Gleichstellungsgesetz von Teilzeitbeschäftigten.

„Die Unterscheidung zwischen hauptamtlichen Mitarbeitern und Teilzeitkräften ist nicht die Arbeitszeit. Vielmehr haben unsere hauptamtlichen Assistenten besondere Aufgaben und andere Verantwortungsbereiche“, entgegnete Carola Ewinkel von der Geschäftsführung des Vereins auf die Vorwürfe. Die Klägerin bestritt das und behauptete, diese Unterscheidung gebe es nicht.

Wolfgang Urban, ebenfalls aus der Geschäftsführung des Vereins berichtete, dass es im Jahr 2008 eine Umstrukturierung der Vergütung gegeben habe, sodass die Bezahlung nun gerechtfertigt sei.

Die Klage der Teilzeitbeschäftigten richtete sich allerdings auf die Jahre 2006 und 2007. Da bereits mehrere gleiche Verfahren von anderen Helfern anhängig sind, entschieden sich die Parteien mit Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle das Verfahren vorerst ruhen zu lassen, um die weiteren Zuständigkeiten zu klären, „denn es geht hier um die Existenz des Vereins“, betonte Rühle.

von Katharina Kaufmann

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