Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Klohaus am Busbahnhof bestimmt Debatte
Landkreis Hinterland Klohaus am Busbahnhof bestimmt Debatte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 03.12.2018
Die WCs im Gebäude des Busbahnhofs in Gladenbach sollen entfernt, und an andere Stelle sollen wieder Toiletten aufgestellt werden, damit das Gebäude über mehr Fläche verfügt, die eventuell vermietet werden kann. Quelle: Silke Pfeifer-Sternke
Gladenbach

Von zwei Ausschüssen erhalten die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 13. Dezember keine Empfehlung zu dem von Kämmerer ­Peter Kremer (parteilos) vorgelegten Haushaltsplan für das kommende Jahr. Sowohl die Mitglieder des Ausschusses für Jugend und Sport, soziale und kulturelle Angelegenheiten als auch die des Ausschusses für Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr, Umwelt, Energie und Zukunft votierten allesamt mit Enthaltung.

Als Grund gaben die Fraktionen an, zum Zahlenwerk noch Beratungsbedarf zu haben. Intern seien die Haushaltsberatungen noch nicht abgeschlossen, hieß es unisono. Das Stimmverhalten der Abgeordneten sorgt formal dafür, dass der Haushaltsplan von den beiden Ausschüssen abgelehnt wird, da es keine Ja-Stimme gab. 

Einen kritischen Kommentar zum Haushaltsplan äußerte ­lediglich Jugendausschuss-Mitglied Stefan Düppers (SPD). „Im Haushalt steht nichts drin für Jugend und Kultur – keine Ideen für die Zukunft. Das ist nicht ­besonders kreativ“, sagte er.

Stadt holt Angebote für Toilettenhäuschen ein

Parteikollege Armin Schönauer erkundigte sich darüber, ob es einen neuen Stand zum Übungsparcours für Mountainbiker gibt, da im Haushalt 2019 keine Mittel für das Projekt eingestellt sind. Bürgermeister Kremer erläuterte, dass sich die Stadt im Gespräch mit einem Grundstückseigentümer befindet, dessen Fläche durchaus ­geeignet scheint. Noch ­gebe es aber kein Okay. Aber: Die Stadt habe Geld im Haushalt etatisiert, das für Grundstücksankäufe verwendet werden kann. Allerdings kämen noch weitere Kosten auf die Stadt zu: Planungskosten für den Übungsparcours sowie Kosten für die Realisierung. „Wenn die Umsetzung der Wunsch der Mehrheit der Stadtverordneten ist, dann kann das Projekt auch über außerplanmäßige Ausgaben realisiert werden, sagte Kremer. 

Im Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr, Umwelt, Energie und Zukunft war der Busbahnhof eines der Topthemen, das eingehender diskutiert wurde. Noch gebe es ­keine konkrete Planung, erläuterte Kremer, aber es seien ­Angebote für Toilettenhäuschen eingeholt worden.

Die Kosten dafür belaufen sich laut Bürgermeister auf zirka 100.000 Euro. Wenn die Stadtverordneten zustimmen, dann werde sich die Verwaltung intensiver Gedanken um die Umgestaltung des Busbahnhofs machen und ein Planungsbüro beauftragen. Ausschussvorsitzender Robby Jahnke lenkte­ das Gespräch auf die Möglichkeit, dort einen Kiosk einzurichten. „Wenn die Toiletten aus dem bestehenden Gebäude raus sind, dann gibt es eventuell ­einen potenziellen Mieter“, sagte Kremer. Allerdings mahnte er zu mehr Besonnenheit: „Es geht nur eins nach dem anderen.“

Alternative Ideen: Stehcafé oder Taxizentrale

Kremer kann sich durchaus vorstellen, dass dort auch ein Stehcafé entstehen könnte, auch sprach er davon, dass ­bereits Interesse bestand, dort eine Taxizentrale unterzubringen. Immer mal wieder gingen bei der Verwaltung Anfragen zu einer alternativen Nutzung ein. Allerdings verfüge das Gebäude derzeit nicht über ausreichende Flächen für derartige Vorhaben.

Dass die Stadt im Zentrum auch weiterhin Toiletten vorhalten müsse, erläuterte Kremer mit Blick auf die Veranstaltungen, die in der Kirschenmarktstadt ausgerichtet werden, wie ,Donnerstags in Gladenbach‘ oder die Automobilausstellung.

Das Thema Blitzer wurde auch kurz angesprochen. Kremer erläuterte, dass der Ansatz von 100.000 Euro im Haushalt als Einnahme wahrscheinlich nicht realisierbar sei. Das hätten die Jahre 2017 und 2018 bereits ­gezeigt, sagte er.

von Silke Pfeifer-Sternke