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Hinterland Hauptzeugen werden im Juni gehört
Landkreis Hinterland Hauptzeugen werden im Juni gehört
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21:12 28.01.2011
Blick auf das Firmengelände der Eisengießerei Fritz Winter in Stadtallendorf. Vier fristlos entlassene Mitarbeiter klagten gegen ihre Kündigung wegen des Verdachts des Bandendiebstahls am Freitag vor dem Marburger Arbeitsgericht. Quelle: Archivfoto

Marburg. Während drei der vier Kläger am 17. Juni zu einem weiteren Kammertermin erscheinen müssen, ist das Verfahren für einen 43-jährigen Mitarbeiter der Eisengießerei Fritz Winter am Freitag zu Ende gegangen:

In seinem Fall sah die Kammer unter dem Vorsitz von Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle die Sache als entscheidungsreif an und fällte ein Urteil. Der seit 1989 in dem Stadtallendorfer Unternehmen beschäftigte Mitarbeiter darf seine Arbeitsstelle behalten.

„Diese fristlose Kündigung ist unwirksam, weil der Verdacht gegen ihn nicht dringend und unabweislich ist“, begründete Rühle das Urteil. Der einzige Vorwurf gegen ihn, dass er versucht haben soll, einen anderen Mitarbeiter zum Diebstahl anzustiften, sei nicht ausreichend und laut Gesetz nicht einmal strafbar. Bei den anderen drei Klägern sehe die Situation allerdings anders aus, ergänzte Rühle.

Alle vier Kläger waren Anfang September wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Bandendiebstahls fristlos entlassen worden (die OP berichtete). Gegen diese Vorwürfen wehrten sich die vier Kläger, hielten sie für zu unkonkret und wiesen sie als falsch zurück. Zudem zweifelten sie die ordnungsgemäße Anhörung des Betriebsrates an.

So soll ein 28-Jähriger 200 Kilogramm Molybdän mit einem Einkaufswert von rund 6.000 Euro vom Werksgelände geschafft haben, während ein 45-Jähriger zweimal 300 Kilogramm Molybdän in einem Gesamtwert von etwa 18.000 Euro gestohlen und anschließend veräußert haben soll.

Rund 1,5 Millionen Euro an Schaden soll der Eisengießerei Fritz Winter durch die gewerbsmäßigen Diebstähle seit dem Jahr 2007 entstanden sein. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Marburg laufen derzeit noch.

von Katharina Kaufmann

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