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Hinterland „Hauptsache es ist nicht Thalia“
Landkreis Hinterland „Hauptsache es ist nicht Thalia“
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17:35 08.06.2012
Lehmanns Media ist bereits am Steinweg mit einer Filiale vertreten. Ab Januar übernimmt das Unternehmen Elwert. Foto: Linne
Marburg

Ein Traditionsunternehmen wechselt den Besitzer. Ein Stück Marburger Geschichte wird unter neuer Federführung weitergeschrieben. Der Verkauf der Universitätsbibliothek Elwert an das Unternehmen Lehmanns Media hat hohe Wellen geschlagen. Kunden appelieren an das Unternehmen, den einzigartigen Charme der Traditionsbücherei und so auch ein Stück Marburg zu erhalten.

Auch in der Branche verbreitete sich die Nachricht von dem Verkauf des Unternehmens wie ein Lauffeuer. Wolfgang Kreutzer, Filialleiter der Buchhandlung „Arcularius“ atmete erst einmal auf, als er hörte, welches Unternehmen die Universitätsbücherei künftig weiterführen wird. „In den vergangenen Jahren gab es die unterschiedlichsten Gerüchte. So, wie es jetzt ist, ist es sicherlich besser, als wenn sich das Thalia-Gerücht bestätigt hätte. Thalia hat ein enormes Werbebudget. Irgendwie scheint es „in“ zu sein, bei dieser Kette zu kaufen“, bewertet Kreutzer die Situation. Eine Filiale der Großkette in der Oberstadt, so befürchtet er, wäre eine zu große Konkurrenz für die selbstständigen Kleinunternehmer gewesen.

Dass mit dem Verkauf von Elwert auch der Geschäftsführer Rudolph Braun-Elwert, der das Unternehmen wie kein anderer geprägt hat, mehr und mehr in den Hintergrund treten wird, bewertet Kreutzer als großen Verlust: „Er ist eine gediegene Figur im Buchhandel.“

Die wahre Konkurrenzlauert im Internet

Auch Ullrich Schröder, Angestellter in der Buchhandlung am Markt hat die Verkaufsgerüchte um die Buchhandlung Elwert schon seit Monaten verfolgt. Dass nun Lehmanns Media die Traditionsbuchhandlung übernehmen wird, bedeutet für ihn nur eines: Alles bleibt beim Alten. Hoffentlich. „Lehmanns Media wird wohl so klug sein das Konzept nicht zu ändern. Das stimmt nämlich.“ Dass mit dem Fortbestand von Elwert auch die Konkurrenz auf dem Markt weiter fortbesteht, stört ihn nicht. Im Gegenteil. Konkurrenz belebe das Geschäft. Außerdem, so Ullrich Schröder „gibt es hier eine eindeutige Thementeilung wer was macht. Wir führen mehr Belleristik, Elwert hat die Fachbücher.“ Die wahre Konkurrenz, so der Angestellte, lauere ohnehin nicht im Geschäft um die Ecke, sondern im Internet. „Amazon ist wirklich ein Problem. Auch ältere Kunden, die vorher in den Laden gekommen sind, haben mittlerweile gelernt, online einzukaufen“, so Schröder.

Kollege Roland Wentzel, Mitarbeiter in der Buchhandlung Roter Stern, bewertet den Verkauf von Elwert kritischer. „Für die Stammkunden ist das ein Schlag. Welche Buchhandlung kommt schon mit der Ausstattung und dem Angebot von Elwert mit? Das war immer eine gut sortierte Buchhandlung mit gut ausgebildeten Buchhändlern. Nun soll eine Kette das alles übernehmen?“

Ob diese Befürchtungen gerechtfertigt sind, wird sich erst im kommenden Jahr zeigen. Dann, wenn Rudolph Braun-Elwert seinen Schlüssel zu dem Traditionsunternehmen abgibt und sich aus dem Kerngeschäft zurückzieht.

von Marie Lisa Schulz

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