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Handwerkliches, Technik und Chemie

OP-Ausbildungsserie Handwerkliches, Technik und Chemie

Seit drei Jahren bildet CSL Behring Produktionsfachkräfte Chemie aus. „Leider kennen diesen Beruf zu wenige Schüler“, sagt Ausbildungsleiterin Doris Nake. Dabei reicht als Qualifikation bereits ein Hauptschulabschluss.

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Produktionsfachkräfte Chemie verrichten bei CSL Behring ähnliche Tätigkeiten wie Pharmakanten: Sie sind an der Herstellung von Medikamenten beteiligt, sorgen dafür, dass die Maschinen richtig aufgebaut und gereinigt sind und exakt funktionieren.

Quelle: CSL Behring

Marburg. Lisa Schombert und Henning Dittmar sind sich einig: Ihr Ausbildungsberuf macht Spaß, passt zu ihnen und bietet ihnen verschiedene Aufstiegschancen. Sowohl die 17-jährige Schombert als auch der 20-jährige Dittmar lernen beim Marburger Pharmakonzern CSL Behring den Beruf der Produktionsfachkraft Chemie.

„Ich habe diesen Beruf erst während des Ausbildungstages der Behring-Standortfirmen kennengelernt“, berichtet Lisa Schombert. Nachdem sie gesehen hatte, was das Berufsbild alles beinhaltet, wusste sie: Das passt. Die Bewerbung war schnell geschrieben, der Ausbildungsvertrag bald unter Dach und Fach. Das erste Lehrjahr hat die 17-Jährige nun fast hinter sich. „Es ist vor allem das Handwerkliche, die Technik und die Chemie“, beschreibt Schombert, was ihr am Beruf besonders liegt und Spaß macht.

Henning Dittmar ist bereits im zweiten Lehrjahr und steht damit kurz vor dem Abschluss. Die Produktionsfachkraft Chemie ist nämlich ein zweijähriger Ausbildungsberuf. In der Praxis unterscheidet er sich nicht viel vom Pharmakanten. „Der Pharmakant ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung, die tiefer und umfangreicher ist, als die der Produktionsfachkraft Chemie“, weiß Svenja Haferkorn. Die 20-Jährige lernt ebenfalls bei CSL Behring und befindet sich im dritten Lehrjahr. Zudem habe der Pharmakant mehr Verantwortung als die Produktionsfachkraft Chemie, aber es würden auch höhere Anforderungen gestellt.

„Beides sind attraktive gut bezahlte Berufsbilder“, ist sich CSL-Ausbildungsleiterin Doris Nake sicher. Sie bedauert vor allem, dass die Bewerberzahlen gerade für die Produktionsfachkräfte nicht höher sind. „Die meisten Schüler kennen diesen Beruf einfach nicht“, erklärt sie und ergänzt: „Wir wollen unsere Ausbildung in diesem Beruf aber gerne weiter ausweiten.“

Seit drei Jahren bildet CSL Behring Produktionsfachkräfte Chemie aus. Waren es anfangs zwei Lehrstellen, wurde diese Zahl schnell auf drei erhöht. Für 2013 sucht CSL Behring nun fünf Auszubildende für diesen Beruf. „Wir brauchen das Berufsbild in unserem Unternehmen und sehen uns auch in der Verantwortung, etwas für Hauptschüler anzubieten“, schildert Nake, warum die Produktionsfachkraft Chemie im Jahr 2009 in den Reigen der Ausbildungsberufe aufgenommen worden ist. „Wir haben eine Übernahmequote nach der Lehrzeit von fast 100 Prozent - wenn die Leistungen stimmen, gibt es aktuell auch einen Anschlussvertrag“, betont Nake nicht ohne Stolz.

Wer den Beruf erlernt hat, muss sich damit aber noch lange nicht zufrieden geben: Der Pharmakant kann hinten dran gehängt werden oder man kann sich in Abendkursen unternehmensintern weiterbilden und hat dann entsprechende Aufstiegschancen, beispielsweise zum Teamleiter.

Bewerbungsschluss für die Ausbildungsstellen 2013 ist am 5. September. „Wir besetzen die Stellen immer ein Jahr im Voraus“, erklärt Nake das. Dann könnten sich die Schüler ganz auf ihren Schulabschluss konzentrieren. Für dieses Jahr gibt es also keine freien Ausbildungsplätze mehr. Wer sich noch genauer über die Produktionsfachkraft Chemie informieren will, kann dies während des Tages der Ausbildung der Behringwerke am Samstag, 18. August, tun.

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Marburg stellt die Oberhessische Presse in loser Reihenfolge verschiedene Ausbildungsberufe vor, die bei jungen Leuten wenig bekannt sind, für die von heimischen Betrieben aber händeringend Bewerber für Lehrstellen gesucht werden.

von Katharina Kaufmann

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