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Guter Wille des Täters mildert Strafe

Amtsgericht Guter Wille des Täters mildert Strafe

Zu einer Geldstrafe von 1350 Euro verurteilte das Amtsgericht Biedenkopf einen 28-Jährigen aus Angelburg. Darüber hinaus muss der Angeklagte dem Geschädigten 800 Euro Schadensersatz zahlen.

Biedenkopf. . Verhandelt wurde ein Streit, der sich am 16. Februar während eines Festes in Angelburg ereignete. Gegen 3.45 Uhr hatte der damals 27-jährige Student einem Besucher in der Küche des Bürgerhauses eine Bierflasche ins Gesicht geschlagen. Die Schnittverletzungen im Gesicht waren erheblich, wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft sagte, der Anlass nichtig.

Vor der Tür des Gerichtssaals sin Biedenkopf standen gestern drei Zeugen bereit, doch sie zu hören war gar nicht nötig, weil der 28-Jährige geständig war. Verteidiger Sascha Marks räumte in Namen des Angeklagten alle Vorwürfe ein. Sein Mandant sei an diesem Abend in erheblichem Maß betrunken gewesen und bedaure den Vorfall. „Den Grund des Streits kann er gar nicht mehr nennen“, sagte der Rechtsanwalt. Dem Geschädigten bot der 28-Jährige über seinen Verteidiger 800 Euro als Wiedergutmachung an.

Dieses Angebot nahm der junge Mann, der zuvor Schmerzensgeld und Schadensersatz für sein kaputtes Handy geltend gemacht hatte, sofort an. „Ich will hier keinen großen Ärger machen“, sagte er. Mit den Worten „Er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat - daher bin ich damit auch einverstanden“ stimmte er einem Vergleich zu.

Dennoch galt es ein Strafmaß für den 28-Jährigen festzulegen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft wertete zu Gunsten des Angeklagten, dass er geständig war und keine Vorstrafen hatte. Er forderte 90 Tagessätze zu 15 Euro - ein Strafmaß, dem der Verteidiger sofort zustimmte.

Richterin Nadine Bernshausen stellte in der Urteilsbegründung heraus, dass das Gesetz bei gefährlicher Körperverletzung Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorsieht. Allerdings spreche viel für den Angeklagten: Da er „nicht unerheblich alkoholisiert“ gewesen sei müsse man von eingeschränkter Einsichts- und Steuerungsfähigkeit ausgehen.

Das Vorleben spreche dafür, dass es sich um eine Ausnahme handelte. Das Geständnis und das Angebot der Schadenswiedergutmachung täten ein Übriges. Sie schloss sich daher den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung an.

von Hartmut Bünger

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