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Hinterland Großer Einsatz für seinen Heimatort
Landkreis Hinterland Großer Einsatz für seinen Heimatort
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18:07 19.03.2014
Seit 29 Jahre engagiert er sich für sein Heimatdorf: Der Weidenhäuser Ortsvorsteher Willi Keck erhält heute auch dafür das Bundesverdienstkreuz. Foto: Hartmut Berge
Weidenhausen

Unbeachtet durch sein Heimatdorf zu gehen, ist für den Weidenhäuser Ortsvorsteher Willi Keck unvorstellbar. „Du machst ja immer so“, hat sein Enkel einmal festgestellt - und mit einer Handbewegung seinen grüßenden und zurück grüßenden Großvater imitiert.

Der 66-Jährige ist für viele das Gesicht des Dorfes. Seit 1985 ist er Ortsvorsteher. Eine ganze Generation von Weidenhäusern hat nie einen anderen Ortsvorsteher erlebt.

Und junge Leute gibt es, verglichen mit anderen Dörfern, viele in Weidenhausen. Die Einwohnerzahl sei nicht rückläufig, sondern wachse weiterhin, unterstreicht Keck. Aktuell liegt sie bei rund 2500. Und in dem kürzlich ausgewiesenen Neubaugebiet sind schon alle Bauplätze vergeben.

Weidenhausen ist intakt. Das zeigte sich nicht nur bei der 675-Jahrfeier vor drei Jahren. Der Gladenbacher Stadtteil hat so einiges, worum ihn andere Ortschaften beneiden, egal ob Arzt, Apotheke, Anwaltskanzlei, Lebensmittelmarkt, Freibad oder Schule. Die Dorfentwicklung der vergangenen Jahrzehnte stellt sich deutlich positiv dar. Das wissen die Bewohner. Und sie rechnen es ihrem Ortsvorsteher an. Schon früh hat Willi Keck Verantwortung übernommen, sich um die Belange anderer gekümmert. Zu Schulzeiten war er Klassensprecher, später engagierte er sich im Elternbeirat der Adolf-Diesterweg-Schule. Anfang der 1970er Jahre arbeitete er im Vorstand des Turnvereins Weidenhausen mit, 1977 wurde er Mitglied des Weidenhäuser Ortsbeirats und des Gladenbacher Stadtparlaments. 1985 trat Keck das Amt des Ortsvorstehers an. Stadtverordneter blieb er bis 2001. Er nahm Ausschuss-Tätigkeiten wahr und hatte zudem von 1989 bis 2001 den Fraktionsvorsitz der Gladenbacher SPD inne.

Parteimitglied ist der pensionierte Steuerbeamte seit 50 Jahren. Seit 40 Jahren steht er dem SPD-Ortsverein Weidenhausen vor.

Wer ihn aus Sitzungen kennt, weiß: Willi Keck ist kein Freund langer Worte. Er schreitet schnell zur Tat. In den zurückliegenden Jahrzehnten hat er in Weidenhausen so manches Projekt entscheidend voran gebracht. Stolz ist er auf die Renovierung und Neugestaltung des Dorfgemeinschaftshauses: „Daraus ist ein richtiger Dorfmittelpunkt geworden.“

Viel gelegen ist ihm am Erhalt des Freibads, wo durch die Installation einer Solaranlage frühere Öffnungszeiten möglich gemacht wurden. Der Kunstrasenplatz des VfL ist ein weiteres Projekt, für das er sich stark gemacht hat. „Wir haben uns mit dem damaligen Bürgermeister Bartnik für Bezuschussung und Baurecht eingesetzt“, sagt Keck.

Auch in die Sicherung der ärztlichen Versorgung hat der Ortsvorsteher viele Anstrengungen gesteckt. Mit Erfolg. Dabei erwies sich die Ausweisung von Baugebieten als vorteilhaft. Ein Arzt hat sich laut Keck deshalb für Weidenhausen entschieden, weil er dort einen Bauplatz bekam.

Insgesamt, so der Ortsvorsteher, gebe es einige Projekte, „wo ich froh und glücklich bin, dass ich das geschafft habe.“ Er ist sich sicher: „In Weidenhausen kann man sich wohlfühlen.“ Und: „Es geht nach vorn.“

Die laufende Amtsperiode als Ortsvorsteher ist seine letzte. Bei der nächsten Wahl will Willi Keck nicht mehr kandidieren und stattdessen Platz machen für einen Nachfolger.

Ortsvorsteher freut sich über weitere Bauplätze

In einer Feierstunde im Landratsamt wird dem Weidenhäuser heute der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Ordensstufe Verdienstkreuz am Bande verliehen.

„Für mich gab’s nichts schöneres, als im Heimatort mitzugestalten“, sagt Keck im Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte.

Beim Blick in die Zukunft freut er sich, dass die Ausweisung neuer Bauplätze Thema in Weidenhausen bleibt. Eines, das auch in die letzten zwei Jahre seiner Amtszeit fällt.

Die Zeit, die nicht von seinen Tätigkeiten als Ortsvorsteher oder SPD-Ortsvereinsvorsitzender beansprucht wird, verbringt Willi Keck am liebsten mit seiner Familie: Mit seiner Frau Renate, seinen drei Kindern und zwei Enkeln. Seit er pensioniert ist, macht er öfter Kurzurlaube. Der nächste steht in zwei Monaten an. Das Ziel sei diesmal Istanbul, verrät er.

von Björn-Uwe Klein

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