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Hinterland Großer Beifall für Biedenkopf-Musical
Landkreis Hinterland Großer Beifall für Biedenkopf-Musical
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18:57 25.08.2013
Tuchhändler Kurt Breidenstein wird von Mechelns Tuchmarkt verbannt. Quelle: Benedikt Bernshausen
Biedenkopf

Das Publikum honoriert am Freitagabend die Mischung aus einer ebenso unterhaltsamen wie tiefgründigen Geschichte, mitreißender Musik, spektakulären Tanz- und Kampfeinlagen sowie der einzigartigen Kulisse des in farbiges Licht getauchten Gemäuers mit minutenlangem Beifall.

Manche der 300 Besucher im ausverkauften Hof des Landgrafenschlosses wagen sogar den Vergleich zu den Festspielen in der Bad Hersfelder Stiftsruine. Ihr Fazit: „Das Biedenkopfer Schloss ist stimmungsvoller.“ Großes Lob bekommen die Darsteller, Sänger und Musiker, die Laien wie die Profis.

So gibt es immer wieder Szenenapplaus für den vor Spielfreude sprühenden Gladenbacher Zahnarzt Dr. Carsten Wenzel, der das charmante Schlitzohr Christoph von Rommel witzig und präzise zugleich verkörpert. Yana Gercke als „Katha“, die sich zwischen Liebe und geltender Ordnung aufreibt, fasziniert mit ihrer großen Stimme ebenso wie der herrlich resolute David Schröder als Tuchhändler Kurt Breidenstein.

Die in Biedenkopf aufgewachsene Musical-Akademie-Absolventin Lisa-Marie Joch erntet für ihr hingebungsvolles Spiel der gestrengen „Eleonore“ großen Applaus. Den gibt es auch für Karsten Kenzel, der mit viel Herzblut die Figur des einfachen Färbers Stefan mit Leben füllt.

Aus dem Chor heraus ragen Katja Hoffmann und Birgit Grebe-Jonas mit ihren Solopartien. Hoch zu Ross auf Fjordpferd „Gitte“ singt Frank Rompf seinen Part. Zuvor begleitete er die Kinder des Biedenkopfer Grundschulchors auf der Bühne.

Bürgermeister Thiemig gibt den Landgraf Philipp

Ein wochenlang gut gehütetes Geheimnis wurde zum Schluss des Musicals gelüftet. In keine geringere Rolle als die des Landesfürsten Philipp schlüpft Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig. „Ehrensache, dass ich beim Biedenkopf-Musical mitspiele“, sagte das Stadtoberhaupt, „welcher Bürgermeister bekommt schon so eine Gelegenheit?“

Von den außerordentlichen Einzelleistungen der Hauptdarsteller abgesehen: Den tiefsten Eindruck hinterließ die Gesamtheit des rund 50-köpfigen Ensembles aus Darstellern, Tänzern, „Kampftruppe“, Musikband, Licht- und Tontechnik in Verbindung mit der historischen Schlosskulisse.

„Es ist wirklich einfach nur schön“, brachte es der hessischen Finanzminister und Musical-Schirmherr Thomas Schäfer auf den Punkt, „toll, dass Biedenkopf so etwas auf die Beine stellt.“

von Sophie Cyriax