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Hinterland Große Hoffnung in kleinere Filialen
Landkreis Hinterland Große Hoffnung in kleinere Filialen
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18:18 25.07.2012
Heute eröffnet Thalia seine Filiale im Kaufhaus Ahrens in Marburg. Quelle: Katharina Kaufmann
Marburg

Es geht um das Überleben einer ganzen Branche: den stationären Buchhandel. Diesem läuft der Internethandel und das E-Book derzeit den Rang und damit auch die Umsätze ab. Viele Händler stellt das vor die Frage: Wie stelle ich mich für die Zukunft auf? Rudolph Braun-Elwert hat diese Frage für sich schon beantwortet und übergibt seine Universitätsbuchhandlung in Marburg zum Jahresende an die Lehmanns Media GmbH. Diese will nicht nur die bisherige Arbeit der Universitätsbuchhandlung fortsetzen, sondern auch neue multimediale Schwerpunkte setzen, um die Kundenbedürfnisse der heutigen Zeit nach elektronischen Inhalten und Services bedienen zu können.

Ganz anders geht der Douglas-Konzern mit der Zukunftsfrage um: Während in großen Städten wie Essen, Dortmund und Bielefeld Filialen der Konzerntochter Thalia mit mehreren Tausend Quadratmetern geschlossen werden, wird heute im Marburger Kaufhaus Ahrens eine neue Filiale eröffnet - kleiner und intimer, als die in den Großstädten.

„Die optimale Buchhandlung hat 500 bis 600 Quadratmeter“, hatte Douglas-Chef Henning Kreke im Januar erklärt, nachdem der Umsatz bei Thalia - der zweitwichtigsten Douglas-Sparte - deutlich geschwunden war.

Die neue Filiale in Marburg hat rund 530 Quadratmeter und scheint damit genau ins Schwarze zu treffen. Der Schwerpunkt der vielfältigen Buchauswahl liegt auf dem Bereich Kinder- und Jugendbuch. Neben dem umfangreichen Buchsortiment präsentiert das sechsköpfige Mitarbeiter-Team unter der Leitung von Daniela Kreidler außerdem Regionales und Geschenkideen. „Wir haben viel Auswahl und bieten von allem etwas“, erklärt die Filialleiterin, die sich schon auf die ersten Kunden am heutigen Tag freut. Die Marburger Filiale bezeichnet sie als ihr Baby, „weil ich von Anfang dabei war, also von der Auswahl des Sortiments bis zur Bestellung der ersten Waren“.

Neben den klassischen Buchhandlungsartikeln - Büchern, Kalendern, Spielen - bietet Thalia in Marburg auch das gesamte eigene E-Reader-Programm an. „Auch die Beratung in diesem Bereich ist uns wichtig, weil viele Kunden noch gar nicht wissen, wie E-Reader funktionieren und was sie alles leisten können“, sagt Kreidler. Dabei hätten die kleinen digitalen Geräte viele Vorteile gegenüber dem konventionellen Buch: „Sie sind leichter, handlicher, und ich kann viele Bücher dabei haben, ohne schwer tragen zu müssen“, betont sie. Diese Form des Lesens sei ebenso ein Teil der Zukunft der Branche wie Hörbücher. Die E-Books könnten aus dem Internet ganz einfach auf verschiedene E-Reader heruntergeladen und dann in der Tasche verstaut werden.

Der Umsatz mit E-Books hat sich in der gesamten Branche nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels im vergangenen Jahr gegenüber 2010 verdoppelt. Noch, so die Einschätzungen des Branchenverbandes, können diese steigenden Umsätze den derzeitigen Rückgang auf dem Markt nicht kompensieren, doch die Weichen dafür sind gestellt. Der Umsatz der buchhändlerischen Betriebe mit Büchern und Fachzeitschriften ging den Berechnungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels im Jahr 2011 nach sieben Jahren kontinuierlichen Wachstums um 1,4 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz beim Internetgeschäft mit Büchern stieg dagegen um weitere fünf Prozent an und erreichte einen Anteil am Gesamtumsatz von fast 15 Prozent. „Von dieser Verschiebung am stärksten betroffen ist der stationäre Buchhandel, dessen Anteil am Buchmarkt bereits seit 2008 zurückgeht“, sagt Jürgen Horbach, Wirtschaftssprecher des Börsenvereins. Zwar seien 65 Prozent der Buchhändler im E-Book-Markt aufgestellt, die Kompetenz müsse aber weiter ausgebaut werden. Es geht schließlich um das Überleben.

von Katharina Kaufmann

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