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Hinterland Grenzübergreifende „Kunst im Knast“
Landkreis Hinterland Grenzübergreifende „Kunst im Knast“
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21:32 03.08.2011
Justizminister Jörg-Uwe Hahn, Dariusz Pajk, Richter am Bezirksgericht Swidnica (Polen), Amtsgerichtsdirektor Mirko Schulte und Oberstleutnant Grzegorz Wojciechowski, Leiter der JVA Kłodzko (von links) betrachten eine Schatulle, die ein polnischer Häftling hergestellt hat. Quelle: Adrianna Michel

Biedenkopf. In mühevoller Arbeit entstehen kleine Kästen, die wie wahre Kunstwerke aussehen. Drei Monate braucht ein Häftling aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Kłodzko in Polen, bis er eine dieser Schatullen aus Stroh hergestellt hat. Auf diese Weise ist das detailreich gestaltete Kästchen nicht nur einfach ein Kunstwerk, sondern es verbirgt neben der Geschichte seines Künstlers, der wegen eines Verbrechens für viele Jahre von der Gesellschaft ausgeschlossen lebt, auch das Ziel von Kunst im Vollzug: Hilfe zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Dieses Strohkästchen steht exemplarisch für die mehr als 80 Arbeiten hessischer und polnischer Strafgefangener aus den Bereichen Fotografie, Malerei und Skulptur, die im Amtsgericht Biedenkopf zu sehen sind. Die Ausstellung „Kunst im Knast – Projektkunst Jugendlicher und erwachsener Strafgefangener der Justizvollzugsanstalten Wiesbaden, Rockenberg, Butzbach und Kłodzko (Polen)“ wurde am Freitag mit einer Feier eröffnet. An der offiziellen Eröffnung nahmen rund 100 geladene Gäste, darunter zahlreiche prominente Vertreter aus Justiz und Politik, teil. In den Redebeiträgen hallte die Hauptfrage wider: „Was kann Kunst bei der Resozialisierung Straffälliger bewirken?“

Die Initiative zur Ausstellung, die für das Amtsgericht Biedenkopf einen Beitrag zur gesellschaftlichen Offenheit, Transparenz und Bürgernähe der Justizverwaltung leisten soll, ging von Mirko Schulte aus, dem Direktor des Biedenkopfer Amtsgerichts.

Die Ausstellung ist für die Öffentlichkeit bis zum 1. Dezember immer während der Öffnungszeiten des Amtsgerichts, montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, zugänglich.

von Adrianna Michel

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der Printausgabe der OP.

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