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Goldene Zeiten für neue Einsteins

Sanierung der Europaschule Goldene Zeiten für neue Einsteins

Zwei Jahre lang wurden sie saniert und vor allem modernisiert: Die Chemie-, Biologie- und Physikräume sind jetzt ein Aushängeschild der Freiherr-vom-Stein-Schule Gladenbach.

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Gladenbach. Es war kein gewöhnliches Band, das am Montag anlässlich der offiziellen Übergabe des prächtig aufgemöbelten naturwissenschaftlichen Traktes durchschnitten wurde, nein, man bediente sich feinsten Geschenkschleifchenbandes. Das passte zum Anlass, denn das, was die Fachleute aus der fast 40 Jahre alten naturwissenschaftlichen Ebene geschaffen haben, können Schüler wie Lehrer tatsächlich als Geschenk für die Bildung empfinden.

Passend zum feierlichen Anlass spielte ein Streicher-Quintett mit den Lehrern Werner Schön und Walter Seegelken sowie den Schülerinnen Jutta Gerhardt, Clarissa Müller und Johanna Burk. Dem klassischen musikalischen Auftakt und dem obligatorischen Banddurchschneiden folgte eine sehr launige Einweihungsfeier, moderiert vom Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern im ebenfalls renovierten Hörsaal des Traktes.

Mit der Sanierung und Modernisierung der Räume habe die Schule sehr gewonnen, betonte er, erinnerte aber daran, dass man dabei eine „Herkules-Aufgabe“ bewältigen musste. Schließlich mussten die meisten Arbeiten während des laufenden schulischen Betriebs erledigt werden. Das sei für alle Beteiligten eine große Herausforderung gewesen.

Er erinnerte an die seit 2009 laufenden Investitionen in den Brandschutz, die Instandhaltung und die energetische Optimierung von insgesamt zwölf Unterrichts-, Vorbereitungs- und Sammlungsräumen.

„Die Schule in Gladenbach ist ein Ausbildungsstandort mit zentraler Bedeutung“, betonte McGovern. Sie sei mit der Investition optimiert und gestärkt worden und insgesamt gut aufgestellt. Vor Vertretern des Landkreises und der Kreisverwaltung, der Planungs- und Bauunternehmen sowie der Schule und des Schulelternbeirates hob er auch die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Bildung hervor. Viele Unternehmen suchten in diesen Bereichen Fachkräfte. Mit der nun modernsten Einrichtungs- und Unterrichtstechnik sei in Gladenbach die Basis für eine gute schulische Ausbildung geschaffen, sagte er. Landrat Robert Fischbach ging nicht nur auf die rund 1,9 Millionen Euro für den naturwissenschaftlichen Trakt ein. Mit Geld aus dem Sonderinvestitionsprogramm habe der Landkreis in den vergangenen drei Jahren darüber hinaus 4,2 Millionen Euro an der Europaschule Gladenbach investiert. Fischbach freute sich, dass nun 1000 Schüler in den Genuss der neuen Räume kommen. Schulleiter Michael Prötzel begrüßte den in dieser Vielzahl in der Schule selten anzutreffenden hohen Besuch mit „liebe Exzellenzen“.„Wir feiern moderne Möglichkeiten des naturwissenschaftlichen Lernens“, freute er sich und beschrieb: „Die Investition bietet den Schülern vielfältige und experimentelle Zugänge zum Verständnis von Natur.“ Die Kollegen aus den naturwissenschaftlichen Fächer hätten während des Umbaus viel erdulden müssen, erinnerte er.

„Nach gelungener Operation kommt der Patient Freiherr-vom-Stein-Schule, froh noch am Leben zu sein, langsam wieder ins Gleichgewicht“, beschrieb der Schulleiter den Weg zum guten Ende.

Lehrer Rainer Obst hatte bei der Einweihung gleich zwei Auftritte, zunächst als Professor Bernhard Grzimek und dann als Aufgabenleiter für Naturwissenschaften an der Freiherr-vom-Stein-Schule.

Sehr nahe am Original beschrieb er als Imitator des legendären Fernseh-Zoologen Grzimek eine besondere Spezies: die Gattung „Pädagogus naturae“. Diese possierlichen Zweibeiner seien auf allen Kontinenten vertreten und vor allem in Bildungsanstalten anzutreffen. Es handele sich um eine durchaus nützliche Art, deren Lebensraum allerdings in den vergangenen zwei Jahren in Gladenbach sehr eingeschränkt gewesen sei. „Ihr Revier, die Unterrichts- und Vorbereitungsräume, waren in die Jahre gekommen und ließen einen zeitgemäßen Fachunterricht nicht mehr zu“, beschrieb er die schwierige Zeit während der Bauarbeiten.

Zurück in der Rolle des Lehrers erinnerte er an die Planungen und Zielvorgaben der Sanierung, beschrieb die komplizierten Umzüge und die nun fertiggestellten Glanzlichter wie das Schülerlabor und den Vivariumsbereich. Der Unterricht habe lange Zeit in notdürftig hergerichteten Provisorien stattgefunden.

Selbstständiges Lernen sei kaum mehr möglich gewesen. Nun aber sei alles heller, größer und leiser geworden. „Wir freuen uns über all die neuen Möglichkeiten“, lobte er und bezeichnete den naturwissenschaftlichen Trakt der Schule als „Vorzeigeobjekt im Landkreis“. Die Investition erhöhe die Bildungschancen der Schüler.

In Wort und Bild beschrieb Diplom-Ingenieur Gerd Kaut vom Architekturbüro „artec“ das Projekt von der Planungsphase bis zur Fertigstellung

Im Zuge der Sanierungen und Umbauten wurden die Fachräume neu strukturiert, in deren Zentrum ein Schülerlabor entstanden ist. Nahezu vollkommen erneuert wurden das fast vier Jahrzehnte alte Mobiliar sowie die Ausstattung der Fachräume. Zur neuen Unterrichtstechnik zählen unter anderem Beamer und Smartboards.

von Hartmut Berge

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