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Hinterland Unfallstrecke soll entschärft werden
Landkreis Hinterland Unfallstrecke soll entschärft werden
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11:00 30.12.2017
Silke Pfeifer-Sternke Quelle: Gladenbachs Stadtverordnete fordern den Ausbau des Streckenabschnitts der Bundesstraße 453 zwischen Runzhausen und Holzhausen. Foto: Silke Pfeifer-Sternke
Gladenbach

Auf der Strecke­ zwischen Gladenbach und Runzhausen sowie an der „Breiten Erle“ Richtung Holzhausen kommt es immer wieder zu Unfällen – zum Teil auch mit tödlichem Ausgang. Deshalb beantragten die Sozialdemokraten, die Begradigung der Serpentinen bei Hessen Mobil oder den Fachbehörden des Landes Hessen voranzutreiben.

Bürgermeister Peter Kremer erläuterte, dass der Magistrat bereits den Kontakt mit Hessen Mobil aufgenommen hat. Die Behörde habe angekündigt, im kommenden Jahr die Griffigkeit des Straßenbelags zu verbessern. Während dieser Arbeiten solle auch die Querneigung der Fahrbahn angepasst werden, um unter anderem eine bessere Entwässerung zu gewährleisten.

Zudem solle das Aufstellen von Schildern als Sofortmaßnahme die Unfallhäufigkeit reduzieren. Hessen Mobil wolle das Unfallgeschehen auf diesem Streckenabschnitt dennoch genau beobachten. Sollten sich dort trotz der Maßnahmen weiter auffällig viele Unfälle ereignen, wolle­ Hessen Mobil einen Ausbauplan für diesen Abschnitt prüfen, erklärte Bürgermeister Kremer.

Zimmermann befürchtet Zunahme des Lastverkehrs

Markus Wege, Fraktionsvorsitzender der SPD, zeigte sich von diesen Ausführungen nicht ganz überzeugt. Den Sozialdemokraten reiche es nicht aus, dass nur der Belag erneuert werde. Sie drängen auf eine bauliche Veränderung. Auch habe der Ortsbeirat von Runzhausen bereits mehrfach den Ausbau angemahnt, sagte Wege.

Der Grünen-Vorsitzende Edmund Zimmermann befürchtet, dass durch den Ausbau der Strecke der Lastwagenverkehr in der Kernstadt zunehmen wird. Er machte deutlich, dass dies bereits nach dem ­Ausbau der B 255 in Richtung Marburg zu beobachten sei. Aufgrund dieser Annahme enthielt sich Zimmermann bei der Abstimmung.

Dass auf dieser Strecke so ­
viele Unfälle passieren, schreibt Werner Rotter (Die Grünen) dem Umstand zu, dass viele­ Verkehrsteilnehmer dort zu schnell unterwegs sind. Er plädierte dafür, auf der kurvenreichen Strecke Blitzer zu installieren als Präventionsmaßnahme, um Unfälle zu vermeiden. Bis eine Entscheidung zur Begradigung der Strecke getroffen werde, könnten noch Jahre ­vergehen, sagt Rotter.

Stadtverordnetenvorsteher Roland Petri (SPD) hielt den Vorschlag Rotters für diskutabel und riet, ihn auf die Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung zu nehmen, um das Aufstellen von stationären Blitzern auf der Serpentinen-Strecke von Gladenbach nach Holzhausen beschließen zu können. Die nächste Sitzung der Stadtverordneten ist am 15. Februar 2018 terminiert. Möglicherweise schafft es Rotters Vorschlag auf die Tagesordnung.

Heck bringt Radwege-Ausbau ins Gespräch

Bürgermeister Peter Kremer brachte vor der Abstimmung über den SPD-Antrag noch den Einwand vor, dass die Stadtverordneten in ihrem Antrag an den Magistrat mitbeschließen mögen, dass die Planung zur Begradigung der Strecke „so schnell wie möglich“ erfolgen soll.

Von einem guten Antrag sprach Hartmut Heck (CDU). Er brachte zudem den Ausbau des Radwege-Netzes in die Diskussion ein. Es fehle ein Radweg in Richtung Dautphe. Die Nord-Süd-Verbindung durch das Hinterland sei nicht vorhanden, sagte er. An einen zeitnahen Radwege-Ausbau sei laut Bürgermeister Kremer zu denken – auch wenn der Landkreis ein neues Radwege-Konzept erarbeiten wolle. „Es braucht Zeit, bis das Konzept steht“, sagte Kremer. Er rechnet mit einem Zeitfenster von 10 bis 15 Jahren.

Der Antrag der SPD zur Begradigung der B 453 passierte schließlich bei 2 Neinstimmen und 3 Enthaltungen schließlich mehrheitlich das Parlament.

von Silke Pfeifer-Sternke