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Gladenbacher Arzt im Auslandseinsatz

Gladenbach Gladenbacher Arzt im Auslandseinsatz

Eigentlich praktiziert Dr. Hans-Jürgen Kesper als Kinderarzt in Gladenbach. Einmal im Jahr ist er allerdings für eine Woche Teil eines Teams von „Surgical Volunteers International“.

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„Dr. Hans“ (Zweiter von links), wie Hans-Jürgen Kesper auf seinen Einsätzen genannt wird, war mit internationalen Kollegen in diesem Jahr im ägyptischen Mansura. Selbst wenn es funktionierende Gesundheitssysteme gibt – in vielen Ländern fehlt es an Spezialisten. Kesper kümmert sich einmal im Jahr im Ausland um Kinder, wie hier um einen kleinen Patienten in Ägypten.

Quelle: Privatfotos

Gladenbach. Vor Kurzem ist er von seinem diesjährigen Einsatz in Ägypten zurückgekehrt. Impfungen und Infekte, die so genannten U-Untersuchungen und jede Menge Kinderkrankheiten: Das ist der Alltag von Dr. Hans-Jürgen Kesper. Einmal im Jahr tauscht er diesen Alltag allerdings gegen ein medizinisches Abenteuer und ist mit „Surgical Volunteers International“ unterwegs.

Die Organisation wurde 2007 in Texas gegründet und hat seitdem 22 Einsätze absolviert und rund 1.000 Kinder in vielen Ländern chirurgisch versorgt. Junge Patienten mit Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten, Verbrennungen sowie urologischen Problemen stehen im Fokus des Hilfsprojekts.

„Es ist eine sehr positive Atmosphäre, wie man dort miteinander umgeht“, sagt Kesper. Von dieser Atmosphäre und dem Know-how der internationalen Kollegen profitieren auch die Ärzte am jeweiligen Einsatzort: Die praktische Fortbildung der einheimischen Mediziner ist ebenfalls ein Anliegen von „Surgical Volunteers International“, erklärt Hans-Jürgen Kesper. Mit einigen der Menschen, die er während der letzten Jahre kennengelernt hat, hält er Kontakt. Um zu verfolgen, was zum Beispiel mit den Studenten dort nach einem Einsatz passiert – „allein dafür lohnt es sich schon“, so Kesper.

Wofür es sich natürlich auch lohnt, das seien die Erlebnisse mit den Menschen. „Dr. Hans“, wie Kesper im Ausland genannt wird, erzählt von einem Mann – Taxifahrer von Beruf – der ein Jahr nach seiner Operation zu einem der Chirurgen gekommen sei und um eine schriftliche Bestätigung bat, dass man ihn operiert hatte – man wollte ihm den Führerschein nicht verlängern, weil er eben nicht mehr die Lippenspalte hatte wie noch auf dem Foto.

Als Befriedigung erlebt er seine Einsätze nur bedingt: „Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein, am Grundproblem ändert sich nichts.“ Für ihn selbst habe das Aussteigen und Wiederkommen aber einen positiven Effekt. Und auch für seine Patienten. Einige fragen, ob sie ihm Spielsachen mitgeben könnten. Auch Geldspenden hat er schon mit auf den Weg bekommen. Wohin genau es das nächste Mal gehen wird, weiß er noch nicht. Aber dass er auch in Zukunft wieder als Freiwilliger unterwegs ist, das steht fest.

von Nadja Schwarzwäller

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