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Hinterland Gewerkschaftsbund nimmt Amazon unter die Lupe
Landkreis Hinterland Gewerkschaftsbund nimmt Amazon unter die Lupe
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21:11 14.12.2011

Marburg. Die Sitzung wurde von Julian Jädicke, Gewerkschaftssekretär und Leiter des Organizing Prozesses bei Amazon in Bad Hersfeld, und Dr. Ulf Immelt, Organisationssekretär des Gewerkschaftsbunds in Mittelhessen, geleitet. Anwesend war auch Frank Kamoz von der Agentur für Arbeit in Marburg, der in der Vergangenheit lange Zeit für die Arbeitsagentur im Kreis Hersfeld-Rotenburg tätig war und die Weiterentwicklung von Amazon hautnah miterleben konnte.

Kritisch unter die Lupe genommen wurde insbesondere die hohe Zahl an befristeten Arbeitsverträgen bei Amazon, sowie die Bezahlung und der starke Leistungsdruck. Amazon hat einen massiven Arbeitskräftebedarf und stellt pro Woche zwischen 50 und 100 neue Mitarbeiter ein.

Trotzdem, so Jädicke, würden in der Praxis bisher nicht viele Verträge entfristet und nur wenige Mitarbeiter übernommen. Auch die Marburger Arbeitsagentur hat in diesem Jahr 29 Menschen an Amazon vermittelt.

Der Stundenlohn der fest angestellten Mitarbeiter sei mit 11,12 Euro unter dem Tariflohn im Einzel- und Versandhandel (11,94 Euro), so Jaedicke. Langfristiges Ziel des Deutschen Gewerkschaftsbunds sei es daher Tarifverträge für alle Amazonwerke in Kraft treten zu lassen. Dr. Ulf Immelt gab zu bedenken, dass derzeit in Deutschland etwa sieben Millionen Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen angestellt seien und Amazon somit nur eines von vielen Unternehmen sei, das die juristischen Möglichkeiten bis zum Ende ausnutzte.

von Felix Schneider