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Gesangbücher sollen Ausstellung bereichern

Hinterland-Museum Gesangbücher sollen Ausstellung bereichern

Gesucht werden noch Bücher aus der Zeit vor 1880, um sie von September bis Oktober im Hinterlandmuseum zu zeigen.

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Wer hat ein seltenes Gesangbuch zu Hause? Gerald Bamberger (links) und Dr. Reiner Braun suchen für eine Ausstellung im Hinterlandmuseum noch Leihgaben aus den Jahren vor 1880. Foto: Kordesch

Biedendkopf. Ein abgegriffener Ledereinband, brüchige Seiten und eine Schrift, die man nur mit Mühe entziffern kann - viel her macht das alte Gesangbuch wirklich nicht mehr. Doch Pfarrer Dr. Reiner Braun und Hinterlandmuseums-Leiter Gerald Bamberger bekommen leuchtende Augen, als sie den jahrhundertealten Schatz vorsichtig in die Hand nehmen und aufschlagen.

Die beiden bereiten eine große Ausstellung mit historischen Gesangbüchern vor. Dafür setzen die Organisatoren des Ausschusses für Kirchengeschichte der evangelischen Dekanate Biedenkopf und Gladenbach auf die Mithilfe der Bürger. In vielen Bücherregalen oder auf Speichern im Hinterland dürften noch ebenso seltene wie sehenswerte Exemplar zu finden sein, sind sie sicher: Wer ein aus der Zeit vor 1880 stammendes Gesangbuch oder ein in anderer Hinsicht seltenes Exemplar zur Verfügung stellen kann, möge sich bis zum 15. Juni im Pfarramt oder Gemeindebüro seiner Kirchengemeinde oder direkt im Hinterlandmuseum melden.

„Ein Gesangbuch war früher oft der wertvollste persönliche Besitz eines Menschen“, lenkt Braun das Bewusstsein auf deren frühere Bedeutung. „Ein Gesangbuch musste lebenslang halten und wurde weitervererbt, es gab ja keine öffentlichen in den Gemeinden, wie man das heute kennt“, erklärt der historisch interessierte Pfarrer aus Dautphe.

Ein Indiz für den großen Wert eines Gesangbuchs ist der Umstand, dass oft die Initialen des Besitzers auf die Einbindung geprägt sind. Als einen weiteren Anhaltspunkt zitiert er den Ausspruch „der hat ein anderes Gesangbuch“, was gewöhnlich die Zugehörigkeit zu einer anderen Konfession ausdrückte und beispielsweise zur Folge hatte, dass so jemand nicht geheiratet werden konnte.

Solche interessanten Details wird der Theologe auch am Freitag, 7. September zur Ausstellungs-Eröffnung berichten: Dann steht unter anderem sein Vortrag mit Präsentation zur „Kulturgeschichte des Gesangbuchs“ auf dem Programm.

Bis dahin hoffen Braun und Bamberger aber, dass sie noch einige Schmuckstücke für die bereits jetzt hochwertig bestückte Ausstellung leihweise zur Verfügung gestellt bekommen. Dabei müssen die Gesangbücher keineswegs aus dem Hinterland oder aus einer evangelischen Gemeinde stammen: „Wir wollen die Vielfalt darstellen“, betonen die Ausstellungsmacher, die in diesem Sinne auch schon einige wertvolle Exponate aus dem Museumsbestand ausgewählt haben.

Klaus Kordesch ist für die Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Dekanate Gladenbach und Biedenkopf zuständig.

von Klaus Kordesch

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