Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Georg Gaul zur finanziellen Lage Lohras: „Wir sind blank“
Landkreis Hinterland Georg Gaul zur finanziellen Lage Lohras: „Wir sind blank“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:41 10.09.2010
Die Verantwortlichen der Bilanzerstellung (von links) Michael Bose, Bürgermeister Georg Gaul und Lars Plitt präsentieren am Freitag die Eröffnungsbilanz Lohras. Aufgrund dieses Zahlenwerks wurde die Schlussbilanz 2009 erstellt, die von der Revision des Landkreises als vorbildlich bezeichnet wird. Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Zwar gehörte Lohra mit Angelburg, Lahntal, Rauschenberg und Stadtallendorf zu den ersten Kommunen, die lange vor dem Stichtag 1. Januar 2009 eine Eröffnungsbilanz vorlegten, doch Lohra verfügt nun als erste über eine geprüfte Schlussbilanz für das Jahr, in dem die Doppik in den Rathäusern eingeführt wurde. Und sie wurde nicht nur in Rekordtempo erstellt, sie findet auch das Lob der Aufsichtsbehörde.

Lohra habe nicht nur schneller als andere Kommunen die Vorgaben umgesetzt, bemerkt Hermann Laukel, Leiter der Revision im Landratsamt, sondern es sei auch die Kosten- und Leistungsrechnung „hervorragend umgesetzt“ worden. Grundlage für dieses Lob seien die genauen Zahlen, die Lohra im Gegensatz zu den Schätzungen in anderen Gemeinden vorlegte.

Die Genauigkeit hat aber auch Nachteile. Denn die Doppik macht deutlich, was sich in der früheren kameralistischen Buchführung gut verstecken ließ: Die Gemeinde Lohra lebt seit Jahren über ihre Verhältnisse. „Als die Zahlen zum ersten Mal vor mir lagen, hatte ich die eine oder andere schlaflose Nacht“, gibt Bürgermeister Georg Gaul zu.

Die Zahlen besagen unter anderem: Das Jahr 2009 schloss die Gemeinde mit einem Verlust von 350.000 Euro ab, die Verschuldung lag am Ende des Jahres bei rund 3,9 Millionen Euro. Eine Entwicklung, die nicht nur durch die Wirtschaftskrise verstärkt wird: Für dieses Jahr muss Kämmerer Gaul mit einem Minus von einer Million Euro rechnen, die Verschuldung wird voraussichtlich Ende des Jahres 4,7 Millionen Euro betragen.

„Wir sind blank“, sagt Gaul ganz offen. Die Bürger hätten dies verstanden und zeigten auch Verständnis dafür, dass starke Einschränkungen kommen werden. Das Verständnis müsse nun auch in der Politik folgen.

von Gianfranco Fain

Mehr zum Thema lesen Sie am Samstag in der Printausgabe der OP.

An diesem Sonntag, 12. September, findet auf der Sackpfeife das 15. Kartoffelfest auf dem Biedenkopfer Hausberg statt.

09.09.2010

Bei finanziell gleichen Angeboten mit unterschiedlichen Risiken sprechen 15 garantierte Arbeitsplätze und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen für das Angebot des großen Energieversorgungsunternehmens.

08.09.2010

Das Wahlergebnis von Sonntag ist nun amtlich bestätigt. In drei Wochen müssen die Biedenkopfer erneut zur Wahlurne. Am 26. September stellen sich Karl-Hermann Bolldorf und Joachim Thiemig erneut dem Wählervotum.

07.09.2010