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Georg Gaul zur finanziellen Lage Lohras: „Wir sind blank“

Haushalt Georg Gaul zur finanziellen Lage Lohras: „Wir sind blank“

Lohra ist die erste Kommune des Landkreises, die eine geprüfte Schlussbilanz für das erste Doppik-Jahr 2009 vorweisen kann.

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Die Verantwortlichen der Bilanzerstellung (von links) Michael Bose, Bürgermeister Georg Gaul und Lars Plitt präsentieren am Freitag die Eröffnungsbilanz Lohras. Aufgrund dieses Zahlenwerks wurde die Schlussbilanz 2009 erstellt, die von der Revision des Landkreises als vorbildlich bezeichnet wird.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Zwar gehörte Lohra mit Angelburg, Lahntal, Rauschenberg und Stadtallendorf zu den ersten Kommunen, die lange vor dem Stichtag 1. Januar 2009 eine Eröffnungsbilanz vorlegten, doch Lohra verfügt nun als erste über eine geprüfte Schlussbilanz für das Jahr, in dem die Doppik in den Rathäusern eingeführt wurde. Und sie wurde nicht nur in Rekordtempo erstellt, sie findet auch das Lob der Aufsichtsbehörde.

Lohra habe nicht nur schneller als andere Kommunen die Vorgaben umgesetzt, bemerkt Hermann Laukel, Leiter der Revision im Landratsamt, sondern es sei auch die Kosten- und Leistungsrechnung „hervorragend umgesetzt“ worden. Grundlage für dieses Lob seien die genauen Zahlen, die Lohra im Gegensatz zu den Schätzungen in anderen Gemeinden vorlegte.

Die Genauigkeit hat aber auch Nachteile. Denn die Doppik macht deutlich, was sich in der früheren kameralistischen Buchführung gut verstecken ließ: Die Gemeinde Lohra lebt seit Jahren über ihre Verhältnisse. „Als die Zahlen zum ersten Mal vor mir lagen, hatte ich die eine oder andere schlaflose Nacht“, gibt Bürgermeister Georg Gaul zu.

Die Zahlen besagen unter anderem: Das Jahr 2009 schloss die Gemeinde mit einem Verlust von 350.000 Euro ab, die Verschuldung lag am Ende des Jahres bei rund 3,9 Millionen Euro. Eine Entwicklung, die nicht nur durch die Wirtschaftskrise verstärkt wird: Für dieses Jahr muss Kämmerer Gaul mit einem Minus von einer Million Euro rechnen, die Verschuldung wird voraussichtlich Ende des Jahres 4,7 Millionen Euro betragen.

„Wir sind blank“, sagt Gaul ganz offen. Die Bürger hätten dies verstanden und zeigten auch Verständnis dafür, dass starke Einschränkungen kommen werden. Das Verständnis müsse nun auch in der Politik folgen.

von Gianfranco Fain

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