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Hinterland Genetischer Zwilling ist gefunden
Landkreis Hinterland Genetischer Zwilling ist gefunden
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09:09 07.11.2014
Bei einer ­Typisierungsaktion für den an Blutkrebs erkrankten Hartenroder wurde ein geeigneter Knochenmarkspender gefunden. Quelle: Archiv
Hartenrod

Vor gut einem Monat bewegte die Nachricht, dass Andreas Krenn einen Knochenmarkspender benötigt, um eine Chance zu haben seine Blutkrebserkrankung zu überstehen, die Menschen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Freunde des Erkrankten und Familienangehörige organisierten in Zusammenarbeit mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) eine Typisierungsaktion, an der 534 Menschen teilnahmen. Sie ließen sich fünf Milliliter Blut abnehmen, anhand deren festgestellt werden kann, ob es einen „genetischen Zwilling“ für Andreas Krenn gibt.

Während die Untersuchungen des Spendermaterials noch laufen, stellte sich bei der parallel stattfindenden Überprüfung der Dateien von DKMS und anderen Spendervereinigungen heraus, dass es einen „genetischen Zwilling“ für den Hartenroder gibt, der schon bei einer früheren Typisierungsaktion registriert wurde.

„Es ist ein unglaublich erleichterndes Gefühl, einen Spender gefunden zu haben. Die Ungewissheit und das Warten hat uns alle sehr belastet“, äußerten Familienmitglieder gegenüber der sie betreuenden DKMS-Mitarbeiterin.

Welch großes Glück Andreas Krenn (Bild: Privat) schon damit hat, einen passenden Spender gefunden zu haben, verdeutlichen die Zahlen der DKMS. In der weltgrößten Datei sind 4,7 Millionen Menschen als potenzielle Spender registriert. Zwar werden täglich rund 17 DKMS-Stammzellspenden koordiniert, dennoch kann für jeden fünften Patienten kein passender Spender gefunden werden.

Aktion erbrachte rund 16.360 Euro und 534 Spender

Ein weiterer positiver Effekt der Registrierungsaktion am 18. Oktober in Bad Endbach war neben den 534 neu registrierten Spendenwilligen, dass aus den Geldspenden in Höhe von 16.356,77 Euro die Typisierungskosten von fast 327 Spenden finanziert wurden.

Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel, der neben Bad Endbachs Gemeindeoberhaupt Markus Schäfer die Schirmherrschaft der Typisierung übernommen hatte, freute sich von Herzen über diese positive Nachricht: „Ich bin wirklich sehr erleichtert, dass für Andreas und seine Familie nun Hilfe in Aussicht steht. Und ich bin dankbar, dass so viele Menschen aus der Region gekommen sind, um aktiv Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe zu zeigen.“

Dies sei ein starkes Zeichen für eine Gemeinschaft. Darüber hinaus gab das Stadtoberhaupt zu bedenken: „Was kann glücklicher machen, als selbst zum ­Lebensretter zu werden?“ „Ich wünsche jedem Patienten das gleiche Glück, die gleiche Chance“, sagt die Tochter von Andreas Krenn. Der Spender, der sich vor längerer Zeit bei einer anderen Aktion typisieren ließ, sei Andreas‘ einzige Überlebenschance und das allergrößte Glück für uns.

„Deshalb finde ich es unglaublich wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als Spender registrieren und typisieren lassen. Wir waren sehr glücklich über die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung, das hat uns viel Mut gemacht.“

von Gianfranco Fain

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