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Gemeinde verfügt über Potenzial

Landrat auf Tour Gemeinde verfügt über Potenzial

Landrat Robert Fischbach war gestern auf Stippvisite in der Hinterland-Kommune Steffenberg: Seine Botschaft: Für Unternehmen in der ländlichen Region ist eine schnelle Internetverbindung ebenso wichtig wie eine Autobahnanbindung. Zumindest für den Datenverkehr naht Abhilfe.

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Holger Aleit (von links) führte Bürgermeister Peter Pfingst, Landrat Robert Fischbach und Kreistagsvorsitzenden Detlef Ruffert durch seinen Betrieb.

Quelle: Sascha Valentin

Steffenberg. Finanziell sieht es für Steffenberg im kommenden Jahr alles andere als rosig aus. Das hat Bürgermeister Peter Pfingst (parteilos) gestern Landrat Robert Fischbach (CDU) bei dessen Gemeindebesuch mit auf den Weg gegeben. Nach derzeitigem Stand geht Pfingst von einem Haushaltsdefizit von mehr als einer Million Euro aus. Als Grund für die dramatische Verschlechterung nannte er unter anderem den durch die Umsiedlung der Firma Schneider bedingten Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen, aber auch die Mehrausgaben, die durch den Betrieb der neuen Krippengruppen in der Kindertagesstätte Niedereisenhausen entstehen.

„Bisher kosten uns unsere beiden Kindergärten pro Jahr rund 400000 Euro“, stellte Pfingst fest. Seien erst einmal beide U3-Gruppen in Betrieb - und das könnte bereits zum Ende dieses Jahres der Fall sein - verdoppelten sich die Kosten nahezu. Dadurch werde die Gemeinde in ihrem finanziellen Spielraum immer mehr eingeengt, sagte der Bürgermeister.

Die Situation sei ihm nicht unbekannt, betonte Fischbach und wegbrechende Steuereinnahmen seien auch denkbar schwer zu kompensieren. Aber dennoch sehe er in Steffenberg das Potenzial dazu. Fischbach bezog sich damit vor allem auf die beiden Firmen Werkzeugbau Aleit in Niedereisenhausen und Becker CadCamCast in Quotshausen, die er zuvor besucht hatte. Bei beiden Unternehmen handelt es sich um High-Tech-Firmen. Becker beliefert mehrere internationale Motorsportserien. „Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns dafür einsetzen, wirtschaftliche Entwicklung zu begünstigen“, sagte Fischbach und nannte als Beispiel einen Punkt, den beide Betriebe bemängelt hatten: die unzureichende Internetverbindung. Sie zahlen pro Monat mehrere hundert Euro an den Anbieter, nur um mit einer Geschwindigkeit von 2,5 Megabit pro Sekunde Daten versenden zu können, schilderte Michael Becker das Dilemma. Zumindest in diesem Punkt konnte Fischbach den Vertretern beider Firmen Hoffnung machen, dass durch die Breitband-Initiative des Kreises die Verbindungsgeschwindigkeiten innerhalb der nächsten drei Jahre auf bis zu 50 Megabit pro Sekunde steigen.

„Eine gute Internetversorgung ist genauso wichtig wie eine Autobahnanbindung“, stellte Fischbach fest. Neben der wirtschaftlichen Bedeutung, besitze sie aber auch eine gesellschaftliche Tragweite, sagte der Landrat weiter. Denn, wenn es darum gehe, dem demografischen Faktor zu begegnen, sei sie der wichtigste Ansatzpunkt die jungen Generationen.

Im Gespräch mit Carla Fassold-Luttropp, Leiterin der MPS Steffenberg, wies Fischbach deswegen auch auf die möglichen Synergieeffekte hin, die sich durch die im Schulentwicklungsplan des Kreises vorgesehene Zusammenarbeit der drei Schulen in Steffenberg, Breidenbach und Biedenkopf ergeben können. Dabei betonte er auch, dass es für die Identität vor Ort extrem wichtig sei, alle drei Schulstandorte zu erhalten - und das möglichst ohne, dass sie ihr individuelles Profil aufgeben müssten, ergänzte Fassold-Luttropp. Sie machte noch einmal deutlich, dass es sich bei dem Zusammenschluss nicht etwa um eine „Liebesheirat“, sondern um eine „Vernunftehe“ handelt.

Bürgermeister Pfingst sieht darin eine Chance, das Abwandern der Schüler nach Bad Laasphe zu verhindern. Als letzten Punkt widmete sich die Delegation noch den Hochwasserschutz im Ortsteil Quotshausen. Dort wird derzeit unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses im Bereich des Kinderspielplatzes eine Art Mauer aus Gabionen (mit Steinen gefüllte Drahtkörbe) am Rande des Bachlaufs errichtet, die künftig Schäden durch Hochwasser und Starkregen verhindern soll.

von Sascha Valentin

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