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Hinterland Geldstrafe nach Prügelei
Landkreis Hinterland Geldstrafe nach Prügelei
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18:23 18.04.2012
Biedenkopf

Heftige Streitigkeiten, die nach Alkoholgenuss und Provokationen aufgekommen waren, hatten einen 34-jährigen Mann zu schwerwiegenden Handgreiflichkeiten gegenüber seiner Freundin veranlasst. Die Staatsanwaltschaft Marburg, vertreten durch Staatsanwältin Christine Keil, warf dem 34-Jährigen vor, am 23. Oktober des vergangenen Jahres gegen 5.40 Uhr seine Freundin auf den Boden geworfen, sie ins Gesicht geschlagen und fünfmal den Kopf auf ein Holzpodest gestoßen zu haben. Dabei hat sie den linken Schneidezahn verloren sowie Hämatome am Hals und Kopfschmerzen davongetragen.

Richter Mirko Schulte fragte nach dem Auslöser des Streits. Der Angeklagte berichtete, dass sich das Leben mit seiner Freundin und der gemeinsamen Tochter als eine Odyssee gestaltet habe. Unter Alkoholeinfluss sei seine Freundin nicht in der Lage gewesen, sich wie ein Mensch zu verhalten.

An jenem Tag in den frühen Morgenstunden habe er, zwar auch alkoholisiert, zuerst noch ganz in Harmonie etwas zu Essen zubereitet. Seine deutlich alkoholisierte Freundin habe angefangen, ihn zu provozieren, in dem sie die Musik laut aufgedreht, mit einem etwa 1,5 Kilo schweren Türstopper auf ihn gezielt und diesen dann auf den Boden geworfen habe, sodass eine Fliese zerbrochen sei. Außerdem habe seine Freundin abfällige Bemerkungen über seine verstorbene Mutter geäußert.

Eine Bekannte habe versucht, die Streitigkeiten zu schlichten. Der junge Mann gab zu, seiner Freundin eine Backpfeife versetzt zu haben, aber die Vorwürfe des Würgens und dass er ihren Kopf wiederholt auf ein Podest gestoßen habe, wies er zurück und erklärte, dass der Verlust des Zahnes an den schlechtem Zustand des Gebisses seiner Freundin liege. Zudem versicherte er, dass seine Freundin bestrebt sei, wieder zu ihm zurückzukehren.

Die 28-jährige Freundin des Angeklagten sagte als Zeugin aus und gab an, dass sie unter Alkoholeinfluss ihren Freund provoziert und beschimpft habe. Der verlorene Zahn sei mittlerweile von einem Zahnarzt ersetzt worden. Eigentlich wolle sie nicht, dass ihr Freund bestraft werde, wich sie den Nachfragen durch Richter Schulte in Bezug auf das Würgen und die Kopfstöße auf das Holzpodest aus. Aber dann gab sie doch zu, dass sie durch das Würgen Atemnot bekommen habe. Unverständlich war für den Richter, dass durch die angeblichen Kopfstöße keine Platzwunden oder Beulen aufgetreten waren. Auch die als Zeugin gehörte 21-jährige Bekannte berichtete von den etwa 20-minütigen Provokationen und dass nach ihrer Meinung die Kopfstöße lediglich ein Wachrütteln waren, fügte dann hinzu, dass die Stöße doch akustisch wahrnehmbar gewesen seien.

Von großer Wichtigkeit für die Staatsanwältin und den Richter war im Verlauf des Prozesses die Frage, wie intensiv sich sowohl das Würgen als auch die Kopfstöße gestaltet hatten.

Staatsanwältin Keil sah den Tatbestand einer gefährlichen Körperverletzung mit einer das Leben gefährdenden Handlung gegeben und forderte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten ausgesetzt zur Bewährung auf drei Jahre, die Ableistung eines Aggressionstrainings und die Zahlung einer Geldbuße von 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung.

Der Anwalt des Angeklagten teilte dies nicht, zumal als Folge der Kopfstöße lediglich Kopfschmerzen aufgetreten seien und sein Mandant die junge Frau habe wachrütteln wollen. Auch habe diese durch die ausgestoßenen Schreie nicht unter Atemnot leiden können. Der Anwalt hielt eine Geldstrafe wegen Körperverletzung in Höhe von 30 Tagessätzen für angemessen.

Richter Schulte verurteilte den Mann wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 25 Euro, zahlbar in Raten zu 75 Euro. Er bezweifelte, dass eine Lebensgefährdung der Frau vorgelegen habe. Dazu seien die Aussagen sowohl der Geschädigten, als auch der Zeugin nicht detailliert genug. Außerdem habe sich das Paar ausgesöhnt.

von Helga Peter

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