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Geldbuße für Ellenbogenstoß gegen Kopf von Busbegleiterin

Urteil Geldbuße für Ellenbogenstoß gegen Kopf von Busbegleiterin

Für einen angeblich aus Versehen ausgeführten Schlag gegen den Kopf einer 15-jährigen Schülerin muss ein 31-jähriger Hinterländer nun eine Geldbuße von 180 Euro zahlen.

Biedenkopf. Geständig zeigte sich ein 31-jähriger Angeklagter vor dem Amtsgericht Biedenkopf, dem Oberamtsanwalt Reinhard Hormel von der Staatsanwaltschaft in Marburg vorwarf, am 12. April  gegen 7.50 Uhr in einem Schulbus der Linie 141 einer 15-jährigen Schülerin einen Schlag mit dem Ellenbogen gegen den Kopf verpasst und dieser somit Schmerzen zugefügt zu haben.

Richter Mirko Schulte befragte den Angeklagten, der sich sofort geständig zeigte und angab, dass es eine Auseinandersetzung gegeben habe. Im Übrigen fahre er mit diesem Bus nicht mehr und gehe der Sache aus dem Weg.

Schulte wollte jedoch tiefer in die Geschichte einsteigen und klären, ob der Schlag aus Versehen oder vielleicht doch vorsätzlich ausgeführt worden war. Der Angeklagte gab an, dass dies beim Aussteigen aufgrund der räumlichen Enge passiert sei.

Es seien auch die Worte gefallen: „Halts Maul du Scheißkind“, hielt der Richter dem Angeklagten vor, und dies sei eine Beleidigung.

Der 31-Jährige gab an, dass er sich aufgrund eines anderen Vorfalls, wo er einen Schüler mit dem Ellenbogen beim Einsteigen in den Rücken stieß, bedroht gefühlt habe und er deswegen in einer Gaststätte angesprochen worden sei.

Schulte wollte weiter wissen, welche Bewandtnis der Schlagstock hatte, den der Angeklagte mitführte. Dieser gab an, dass er diesen zu seinem Selbstschutz bei sich hatte, da dies in ganz bestimmten Marburger Stadtteilen von Nöten sei. Der Schlagstock sei zwischenzeitlich eingezogen und er mit einer Geldstrafe belegt worden. 

Der Vater der 15-jähren Schülerin machte deutlich, dass, abgesehen davon, ob der Vorfall mit Absicht oder aus Versehen passiert sei, der 31-Jährige, der mit einem Schlagstock unterwegs war, seine Einstellung grundsätzlich ändern müsse. Zu bedenken sei, dass es sich bei den Mitfahrern im Bus um Kinder und Jugendliche gehandelt habe.

Der Angeklagte entschuldigte sich bei der 15-Jährigen und versicherte, dass dies nicht mehr vorkomme. Richter Schulte lobte das Engagement der Schülerin in deren Funktion als Busbegleiterin zum Schutze der Schüler.

Da kein Strafantrag gestellt war, stellte Richter Schulte das Verfahren für die Dauer von sechs Monaten ein, vorbehaltlich der Zahlung einer Geldbuße von 180 Euro an die Elterninitiative für tumor- und leukämiekranke Kinder in Marburg.

von Helga Peter

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