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Hinterland Geld für Jugendpflegerin statt für Gehweg
Landkreis Hinterland Geld für Jugendpflegerin statt für Gehweg
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19:54 23.05.2012
Der Rad- und Gehweg auf der südlichen Seite der Landesstraße reicht der SPD als Verbindung zwischen Dautphe und Friedensdorf vollkommen aus. Quelle: Sascha Valentin
Elmshausen

Nachdem sich die Mehrheitsverhältnisse im Dautphetaler Gemeindeparlament geändert haben, vertrete die SPD in einigen Punkten eine andere Meinung, als die Regierungskoalition aus CDU und Freien Wählern, sagt Fraktionssprecher Joachim Ciliox bei einem Pressetermin. Dazu zähle zum Beispiel, die begrenzten finanziellen Mittel sinnvoll einzusetzen, betont Ciliox. Als Beispiel führt sein Fraktionskollege Herbert Kreiner die bevorstehende Erneuerung der Landesstraße 3042 im Abschnitt bei Dautphe und Friedensdorf an.

Die Erneuerung hätten 2010 alle Fraktionen beschlossen, erklärt Kreiner. Allerdings sei damals von einer Umwidmung zur Ortsdurchfahrt nicht die Rede gewesen. Davon hätten die SPD erst durch die Parlaments- Vorlage erfahren. Vorab hätte es keine Zwischenberichte zu den Planungen gegeben - weder in den Fraktionen, noch in den Ausschüssen. Indem die Planung „geheim gehalten“ wurde, bestand keine Möglichkeit zu Änderungen, kritisiert Kreiner.

Die Umwidmung der Straße, um eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Stundenkilometern (km/h) zu erreichen, hält er für wenig gewinnbringend. Schon jetzt betrage die zulässige Geschwindigkeit dort nur zehn km/h mehr und „trotz des starken Schülerverkehrs sind Unfälle mit Fußgängern nicht bekannt“, betont Kreiner.

Falsch sei auch der durch die Umwidmung bedingte zweite Gehweg auf der nördlichen Straßenseite. „Die Straße hinter der ehemaligen Firma Bamberger wird ausgebaut - mit Gehweg. Am Seniorenzentrum führt ein reiner Gehweg vorbei und der kombinierte Geh- und Radweg an der Dautphetalschule wird bei der Erneuerung der Fahrbahn auf 2,50 Meter verbreitert“, zeigt Ciliox die Möglichkeiten auf, zu Fuß von Dautphe nach Friedensdorf zu gelangen. Warum müsse dann ein vierter Gehweg angelegt werden - zumal dieser die Gemeinde mehrere zehntausend Euro kostet, fragt der Fraktionsvorsitzende.

Und noch ein Punkt spricht nach Meinung der Sozialdemokraten gegen diesen Gehweg und die Umwidmung zur Ortsdurchfahrt. Ein solcher könne nämlich nicht im Sinne der Gewerbebetriebe sein, da diese dann bei der Zufahrt nicht nur auf kreuzende Fußgänger achten, sondern als Anlieger auch mit Beiträgen zur Kasse gebeten werden müssten.

Das Geld für den zweiten Gehweg sehe die SPD an anderer Stelle besser investiert - etwa bei der Neugestaltung der Kreuzung in der Bahnhofstraße in Friedensdorf oder auch zur Bezahlung der Jugendpflegerin Sabine Bittner. Deren Vertrag läuft demnächst aus und es sei „ärgerlich, dass sie schon vor Ablauf ihrer Zeit von der Regierungskoalition zum Abschuss freigegeben wurde“, stellt Silvia Demper fest. Sie habe erfahren, dass Bittner aufgrund der unsicheren Zukunft bereits einem Angebot in Marburg zugesagt habe. Für die Gemeinde stelle das einen erheblichen Verlust dar. „Sie hat die Jugendarbeit außerhalb der Vereine enorm vorangebracht und das bricht dann alles weg“, glaubt Demper. Auch für das angestrebte Familienzentrum, das die SPD mit den Freien Wählern auf den Weg brachte, gelte dieselbe Argumentation. „Investitionen in die Steigerung der Lebensqualität sind in jedem Fall zu tätigen“, fügt Demper an.

Ciliox führte noch den Ausbau der Internet-Breitbandversorgung als Beispiel an. Die SPD sei dafür, zumindest die Hauptleitung schnellstens verlegen zu lassen. Dies käme sowohl den Unternehmen, als auch jungen Familien zugute. Abschließend berichtete er, dass die SPD-Verbände Dautphetals, Biedenkopfs und Breidenbachs über eine gemeinsame Energiegesellschaft sprechen. Ein Verbund dieser drei aneinandergrenzender Gemeinden sei sinnvoller, als eine große Energiegesellschaft auf Ebene der Region Lahn-Dill-Bergland, sagt Ciliox.

von Sascha Valentin

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