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Windkraft-Gegner wollen Bürgerinitiative gründen

„Gegenwind-Lohra“ Windkraft-Gegner wollen Bürgerinitiative gründen

Sechs Windräder will die Bürgerwind Gladenbach mit den Projektierern 
Axma und Enercon in der Gemarkung Lohra errichten. Bis zu 13 könnten es letztlich werden, befürchten die Gegner, die sich nun formieren wollen.

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Gegen die Errichtung eines Windparks auf dem Gebiet der Gemeinde Lohra organisiert sich Widerstand.

Quelle: Uwe Zucchi

Lohra. Seit nunmehr sechs Jahren verfolgt die Bürgerwind Gladenbach die Absicht, auf dem Gebiet der Gemeinde Lohra mehrere Windräder zu errichten und zu betreiben. Kam das Vorhaben in den vergangenen Jahren nicht so recht voran, unter anderem verabschiedeten sich die Gemeinde Lohra und die Marburger Stadtwerke aus dem Projekt, so ist seit dem Einstieg der Firmen Axma und Enercon als Projektierer mehr Zug in die Planungen gekommen.

Wie vorige Woche in der Bürgerversammlung zu hören war, soll Axma sich mit Eigentümern in Rodenhausen, Seelbach und Lohra vertraglich mehr als 100 Grundstücke für Standorte von Windkraftanlagen (WEA) gesichert haben. Zudem stieg die Zahl der möglichen WEA durch eine Vergrößerung des Vorranggebietes, das das Regierungspräsidium in seinem Teilregionalplan Energie ausweist. Wollte Bürgerwind zuvor nur bis zu sechs Anlagen in der Gemarkung Rodenhausen bauen, so wären auf der erweiterten Fläche jetzt bis zu 12 möglich, hieß es bei einer Informationsveranstaltung der Projektierer. Bis zu 13 befürchten gar diejenigen 13 Lohraer Bürger, die sich zur Gründung einer Bürgerinitiative „Gegenwind-Lohra“ zusammenfanden.

Schäden für Natur und Gesundheit befürchtet

Die Gründungsversammlung soll am Donnerstag, 2. November, stattfinden. In einem Flugblatt skizzieren die Gegner ihre Befürchtungen und Ziele. Die nach derzeitig bekannten Planungsstand 6 WEA sollen auf dem Gebiet der „Sieben Wege“ bis nach Rodenhausen aufgestellt werden. Die Befürchtung ist, dass es später bis zu 13 werden könnten.

Die Windräder würden die Bäume des Waldes 170 bis 200 Meter überragen und als Industrieanlagen in Sicht- und Hörweite von Lohra, Rodenhausen, Rollshausen und Seelbach stehen. Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Epilepsie und Depressionen durch Infraschall werden vermutet, der Tod von Greif- und Zugvögeln befürchtet. Zudem werde die Rodung des Waldes für die Standflächen und die Anlage von bis zu 6,5 Meter breiten Wegen das geschichtsträchtige Gebiet „Sieben Wege“ zerstören. Weitere negative Folgen seien der Werteverlust von Immobilien und Grundstücken sowie die Minderung der Lebensqualität.

Eine Möglichkeit, den Bau zu verhindern, sehen die Initiatoren darin, dass ein vor dem ­Abschluss stehender Wegenutzungsvertrag zwischen Investoren und Gemeinde nicht zustande kommt. Um eine größtmögliche Einflussnahme zu erreichen, sollen möglichst viele Lohraer Bürger die Initiative unterstützen.
Die Unterzeichner des Aufrufs sind: Gitti Becker, Hans Becker, Christian Daum, Norbert Daum, Walter Diefenbach, Christina Fink, Dieter Hoffarth, Manfred Kranz, Margret Opper, Harald Rauchfuss, Bernd Schäfer, Knut Schäfer, Peter Thiel.

  • Die Gründungsversammlung soll am Donnerstag, 2. November, im großen Saal des Bürgerhauses Lohra erfolgen. Beginn ist um 19 Uhr.

von Gianfranco Fain

Mehr zum Protest gegen die Windparkpläne lesen Sie hier.
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