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Hinterland Gäste kommen, staunen und probieren
Landkreis Hinterland Gäste kommen, staunen und probieren
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19:21 15.04.2012
Zahlreiche Besucher strömten am Sonntag durch die Messehallen der Oberhessenschau in Marburg. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die einen schlenderten gemütlich durch die acht Messehallen und schauten hier und dort, die anderen suchten ganz gezielt bestimmte Aussteller auf, um sich dort informieren zu lassen. Besonders am Sonntagnachmittag herrschte in den Gängen und an den Ständen reger Andrang – egal ob es um das Thema Bauen, das Einsparen von Energie oder um langlebige Bratpfannen ging. Mehr als 350 Aussteller aus Handel, Dienstleistung und Industrie, von Vereinen, Städten und Institutionen präsentieren während der Oberhessenschau noch bis nächsten Sonntag auf dem Marburger Messegelände ihre Produkte und Serviceleistungen.

„Wir suchen eine neue Haustür, und da haben wir gedacht, wir lassen uns hier mal ein Angebot machen“, erklärte ein Ehepaar und betrachtete die in Halle5 präsentierten ­Produkte. Voller Faszination stand auch Max Waldschmidt mit seiner Mutter Silke vor mehreren Ausstellungsstücken: Die Bäckerei Kraft aus Gladenbach hatte verschieden dekorierte Sahnetorten mit zur Oberhessenschau nach Marburg gebracht, um dort den Besuchern ihr Können zu präsentieren.

„Die Oberhessenschau ist ein Spiegel für örtliche Unternehmen, um zu zeigen, wie leistungsfähig sie sind, und in dem sich die Kunden persönlich von den Angeboten überzeugen können“, hatte der hessische Minister für Justiz, Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn (FDP), bereits am Samstag bei der offiziellen Eröffnungsfeier der Messe gesagt, während Messe-Chef Andreas Kleine die 19. Oberhessenschau als „Marktplatz der regionalen und überregionalen Wirtschaft und Kontaktbörse für Unternehmen und Institutionen“ bezeichnet hatte. Die mehr als 350 Aussteller hätten für jeden Besucher etwas Passendes im Angebot: „Die Oberhessenschau wartet auch diesmal wieder mit einer großartigen Branchenvielfalt auf“, betonte Kleine.

„Kein anderes Ereignis im Raum Marburg bringt so viele Entscheider und Verantwortliche aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen wie die Oberhessenschau“, ergänzte der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel während der Messe-Eröffnung und machte anhand der Entwicklung der vergangenen zehn Jahre deutlich, wie sich die Region Marburg und deren Wirtschaft gewandelt hat: Die Bevölkerung sei um ganze vier Prozent gewachsen, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 13,7 Prozent gestiegen, die der Gewerbebetriebe sogar um 27,2 Prozent, und bei den Gäste-Übernachtungen habe man ein Plus von 32,5 Prozent verzeichnen können.

„Das zeigt, das die Menschen gerne hierherkommen. Und damit das so bleibt und die Unternehmen gehalten werden können, sind zwei Dinge notwendig“, sagte Vaupel an Jörg-Uwe Hahn gewandt. Dies seien ein qualitativ hochwertiger regelmäßiger IC-Anschluss und der Weiterbau der A49.

Hahn selbst erklärte dazu dann: „Die A49 haben wir weiter im Griff, beim IC-Anschluss übe ich mich in Diplomatie, wenn ich sage: Es gibt schwierige Verhandlungspartner im Leben, es gibt sehr schwierige Verhandlungspartner, und es gibt die Bahn AG.“ Darüber hinaus betonte der Minister die Wichtigkeit der mittelständischen Wirtschaft, die gerade in Mittelhessen sehr ausgeprägt sei.

Auch zum Thema Universitätsklinikum nahm der Minister Stellung: „Wer jetzt nach einer Rückgabe an das Land ruft, muss diese auch bezahlen“, sagte er und ergänzte: „Wir dürfen nicht vergessen, dass seit dem Verkauf eine dreistellige Millionen-Summe investiert worden ist, was das Land Hessen nie hätte stemmen können.“

von Katharina Kaufmann