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Für Geizhälse gibt es kein Entkommen

„Beallmänner" Für Geizhälse gibt es kein Entkommen

An Silvester ließen die Burschenschaften Damm und Muth in Buchenau eine alte Tradition aufleben: Als Bettelmänner verkleidet, zogen sie mit viel Radau durch das Dorf.

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In alte Kittel, ausgediente Blaumänner und bunte Tücher gefüllt zogen die Bettelmänner durch die Straßen ihres Heimatortes. Wer für die „Vagabunden“ nichts übrig hatte, der wurde mit Schuhcreme geschwärzt.

Quelle: Rainer Waldinger

Buchenau. Etwa 60 Mitglieder der beiden Buchenauer Burschenschaften Damm und Muth pflegten am letzten Tag des Jahres die in dem Grenzgangsort seit 200 Jahren währende Tradition. Bunt kostümiert machten sie sich einen Spaß daraus, die Bevölkerung zu erschrecken und sie mit Schuhcreme anzumalen. Die jungen Männer schlüpften in alte Trachtenröcke und versteckten ihre Gesichter unter Strumpfhosen oder Masken.

Einige Burschen hatten die Aufgabe, von Haus zu Haus zu ziehen und in Körben Eier, Würste, Speck und Brot zusammenzutragen. Vor allem Geizhälsen ging es am Silvestertag in Buchenau an den Kragen: Wer für die jungen Männer nichts übrig hatte, wurde mit Schuhcreme geschwärzt. Um 11 Uhr starteten die „Beallmänner“ ihren Zug durch das Dorf. Die Dammer Burschen um Florian Kamm trieben zunächst am „Stöffel“ und der „Alten Landstraße“ ihr Unwesen, bevor sie in die „Aue“ und über den Bundenberg in ihr Stammlokal zurückmarschierten.

Zur gleichen Zeit machte die Burschenschaft Muth das Auetal und sämtliche Winkel des Neubaugebiets unsicher. Die Burschen schienen trotz Regenwetters sichtlich Spaß an dem Schabernack zu haben. „Schwarze Farbe galt in früheren Zeiten als Glücksbringer“, erklärte Steffen Kaßner, Burschenführer der Burschenschaft Muth, das Treiben der „Beallmänner“. Kaßner war trotz des Dauerregens zufrieden. „Wenn das Wetter gut ist, macht es zwar mehr Spaß, aber das wird schon werden. Wir gehen den ganzen Tag von Haus zu Haus, bis es dunkel ist“, erklärte er.

von Sascha Becker

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Am Donnerstag las­sen die Burschen­schaften Damm und Muth eine 200 Jahre alte Tradition wieder aufleben: Als Bettel­männer ziehen sie durch die Straßen.

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