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Frust über Azubi-Situation entlädt sich vor Gericht

Urteil Frust über Azubi-Situation entlädt sich vor Gericht

Eigentlich hatte Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle die Verhandlung schon geschlossen, als sich der Anwalt der Beklagtenseite noch einmal zu Wort meldete:

Marburg. „Ich wünsche mir mehr Unterstützung seitens der Rechtsprechung. Das, was nach diesem Urteil wieder wahrgenommen wird, ist doch, dass ich als Auszubildender tun und lassen kann, was ich will. Solange ich dem Ausbilder nicht auf die Backe haue, ist alles egal. Die Ausbildungsbetriebe, die Zeit und Geld investieren, die trifft so ein Urteil in der Kniekehle.“

Zum Hintergrund: Die Sälzer GmbH hatte im September einem Auszubildenden im dritten Lehrjahr die fristlose Kündigung erteilt,  nachdem dieser wiederholt den Unterricht sowie seine Nachhilfestunden geschwänzt hatte. Die drei Fehltage im September brachten bei den zuständigen Ausbildern das Fass zum Überlaufen. Dem waren schon mehrere Abmahnungen und Einzelgespräche vorausgegangen, die sich immer wieder um Grundwerte wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Fleiß drehten.

Auch Rühle wunderte sich, dass der 19-Jährige scheinbar ohne ein „gewisses Maß an mitteleuropäischen Tugenden“ seine Ausbildung angetreten habe.

von Marie Lisa Schulz

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