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„Frisch aufgebrüht“ zeigt Kaffeekultur

Ausstellung „Frisch aufgebrüht“ zeigt Kaffeekultur

Das Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf zeigt in einer Sonderausstellung Exponate zum Thema „Frisch aufgebrüht – Kaffeekultur im Hinterland“.

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Ein Tropfen Milch fällt spritzend in eine Tasse Kaffee. Im Hinterlandmuseum in Biedenkopf widmet sich eine Sonderausstellung bis September dem Thema Kaffeekultur.

Quelle: Tobias Hase/dpa

Biedenkopf. Im Hinterlandmuseum werden Exponate gezeigt, die einen Blick in die historische Kaffeekultur der Region gewähren. Als Alltagsgetränk aller Gesellschaftsschichten gilt Kaffee seit der Mitte des 18. Jahrhunderts. Kaffee wurde nicht nur von Erwachsenen zum Frühstück getrunken. Man nahm ihn mit aufs Feld und servierte ihn zum Abendessen. Selbst Kleinkinder tranken Kaffee verdünnt oder verdickt in Breiform.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das beliebte Heißgetränk zum größten Teil aus Kaffeeersatzstoffen zubereitet. In der Regel verwendete man preiswerte, meist einheimische Pflanzen. Gerste und Zichorien sind wohl die bekanntesten Surrogate. Aus dieser Zeit stammt der Begriff „Bohnenkaffee“, um den teureren Kaffee aus importierten Kaffeebohnen von anderen Sorten des Heißgetränks zu unterscheiden.

Gelegentlich wurde der hohe Kaffeekonsum der Bevölkerung kritisiert. Aus dem Physikatsbezirk Gladenbach heißt es in einem 1835 verfassten Bericht des Bezirksarztes Dr. Deibel an seine Vorgesetzten: „Kaffee wird wirklich viel und im Übermaß getrunken, jedoch meistens mit einem Zusatz von gebrannten Möhren, Runkeln, Korn oder Cichorien“.

Anders als heute, wo der in vielen Haushalten vorhandene Kaffeevollautomat sofortigen Trinkgenuss verspricht, waren bis in die Nachkriegszeit längere Vorbereitungen notwendig, bevor der Kaffee trinkfertig in die Tassen floss.

Zahlreiche in der Ausstellung präsentierte Röstgeräte, Kaffeemühlen, aber auch Vorgängermodelle der modernen Kaffeemaschinen zeugen von der Getränkezubereitung in Privathaushalten. Bei einem Blick auf die Ausstellungsstücke lässt sich erkennen, dass gerade die Röstgeräte und die Mühlen keineswegs einheitlich gestaltet wurden. Die gezeigten Kaffeezubereitungsgeräte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sind in ihrer Art wohl einzigartig und wurden individuell von in Battenberg und Biedenkopf ansässigen Spenglern gefertigt.

Die Sonderausstellung „Frisch aufgebrüht“ wurde zum größten Teil mit Objekten aus dem Bestand des Hinterlandmuseums zusammengestellt.

Die Ausstellung „Frisch aufgebrüht – Kaffeekultur im Hinterland“ ist bis zum 25. September zu den regulären Öffnungszeiten des Museums von dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

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