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Fotos „knipsen“ will gelernt sein

Ausbildungsserie Fotos „knipsen“ will gelernt sein

Ein Foto für einen Bildband machen, indem man einfach mal den Auslöser drückt? „Nein“, sagt Thomas Scheidt. Der Industriefotograf aus Marburg hat sein Handwerk drei Jahre lang von der Pike auf gelernt.

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Werkstattleiter Thomas Scheidt bildet beim Bildarchiv Foto Marburg der Philipps-Universität Industriefotografen aus, die überwiegend Architektur und Kunst ablichten.

Quelle: Archiv

Marburg. Engagement und Herzblut braucht ein Fotograf, und natürlich Spaß an der Arbeit. Das zumindest sagt Thomas Scheidt. Und der Werkstattleiter des Bildarchivs Foto Marburg der Philipps-Universität muss es ja wissen. Schließlich arbeitet er als Industriefotograf und bildet Jahr für Jahr mehrere Auszubildende aus.

„Der Industriefotograf ist eine Spezialisierung in der Fotografie“, erklärt Scheidt, wobei an der Marburger Uni diese Spezialisierung vor allem in Richtung Architekturfotografie ausgeübt wird. „Wir sind ein kunstgeschichtliches Archiv und fotografieren und dokumentieren Architektur und Kunst“, schildert der Werkstattleiter, was er und sein Team leisten. Sie fotografieren beispielsweise eine Kirche von außen wie von innen, also mit Ausstattung wie Altären und Bildstöcken.

Derzeit werden im Bildarchiv der Uni drei Auszubildende ausgebildet, für nächstes Jahr beginnt die Suche im Februar 2013. Neben der Ausbildung in der eigenen Werkstatt bekommen die Lehrlinge im Uni-Bildarchiv auch überbetrieblichen Unterricht und das Angebot, ein vierwöchiges Praktikum außer Haus zu absolvieren.

Realschulabschluss und fotografische Kenntnisse

„Die Anforderungen für den Beruf des Fotografen sind nicht so hoch“, betont Scheidt. Ein guter Realschulabschluss und Grundkenntnisse in der Fotografie würden ausreichen. „Entscheidend für uns sind die Arbeitsproben. Das sollten keine Urlaubsbilder und Schnappschüsse sein“, erklärt er. Man sollte an den in der Bewerbung mitgeschickten Fotos schon erkennen können, dass sich der Bewerber aktiv mit der Thematik auseinandersetze.

Und das müssen die Auszubildenden auch, denn einfach hingehen und Fotos „knipsen“ ist bei Thomas Scheidt nicht drin: „Wenn wir einen Tag fotografieren, brauchen wir auch einen Tag zur Nachbearbeitung“, berichtet er.

Zudem gingen dem eigentlichen Fototermin schon mehrere Arbeitsschritte voraus. „Man muss wissen, was man fotografieren soll, was man für zusätzliche Utensilien braucht, wie das Licht steht, man muss auch vorher schon wissen, wie das Bild hinterher aussehen soll und man muss auch die wirtschaftlichen Aspekte immer im Blick haben“, betont er. Vor Ort müsse der Fotograf dann auch ein offenes Auge für aktuelle Geschehnisse rund um das Objekt haben.

Bildarchiv Foto Marburg beschäftigt insgesamt rund 50 Mitarbeiter, allein in der Werkstatt sind 14 ausgebildete Fotografen und Fotolaboranten tätig. „Unsere Reichweite beträgt in der Regel 150 Kilometer rund um Marburg, kann aber auch mal auf andere Orte in Deutschland ausgeweitet werden“, erzählt der Werkstattleiter. Hessenweit gehe immer, europaweit sei ab und zu auch dabei.

„Fotograf ist ein schöner Beruf, aber der Weg ist durchaus schwierig“, weiß Thomas Scheidt aus Erfahrung. Die Branche biete zwar viele Möglichkeiten, „man muss aber auch wirklich gut sein und Geduld haben“, fügt er hinzu. Es gebe immer Fotostudios, die gute Fotografen suchen würden, wer sich selbstständig machen wolle, dem empfiehlt er vorher eine Assistentenstelle bei einem guten Fotografen anzutreten. „Da kann man seine praktischen Fertigkeiten verbessern.“

Im Anschluss an die Ausbildung besteht zudem die Möglichkeit, den Meisterbrief zu machen oder ein Studium, beispielsweise als Diplom-Designer an einer Fachhochschule, zu absolvieren. „Die Möglichkeiten, die sich einem bieten, sind also vielfältig“, sagt Scheidt: „Wenn man gut ist.“

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Marburg stellt die Oberhessische Presse in loser Reihenfolge verschiedene Ausbildungsberufe vor, die bei jungen Leuten wenig bekannt sind, für die von heimischen Betrieben aber händeringend Bewerber für Lehrstellen gesucht werden. Weitere Informationen zu den noch freien Ausbildungsplätzen gibt es beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Marburg unter Telefon 06421/605-144 oder per E-Mail an:marburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de

von Katharina Kaufmann

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