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„Wir könnten wachsen, aber es fehlt Personal“

Personalmanagement „Wir könnten wachsen, aber es fehlt Personal“

Personalmanagement spielt in Zeiten des 
Fachkräftemangels eine wichtige Rolle. Das stellt vor allem kleine Betriebe vor große Herausforderungen.

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Fachkräfte sind auch für den Fortbestand kleinerer Unternehmen immens wichtig – doch fehlt dort häufig die Möglichkeit, Personalentwicklung voranzutreiben.

Quelle: Stephanie Pilick

Biedenkopf. Gerade vielen­ kleinen Unternehmen wie Handwerksbetrieben mit wenigen Mitarbeitern fehlen oft die Kapazitäten, um ein sinnvolles­ Personalmanagement aufzu­bauen. Wie wichtig aber gerade dieser Punkt ist, hat jetzt Thomas Marterer, Projektkoordinator der Initiative „unternehmensWert: Mensch“ beim Zentrum für Arbeit und Umwelt Gießen (ZAUG gGmbH) bei einem Vortrag vor der Kreishandwerkerschaft Biedenkopf deutlich gemacht.

Egal, ob es um Kommunikation, betriebliche Gesundheitsvorsorge oder Vereinbarung von Familie und Beruf gehe – die Mitarbeiter bildeten stets den zentralen Aspekt einer ­guten Unternehmenskultur, betonte­ 
Marterer. Deswegen sei es so wichtig, sich für die Verbesserung dieser Kultur zu engagieren.

Durch das Förderprogramm „unternehmensWert: Mensch“, das vom Arbeitsministerium und dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird, können dabei kleine und mittelständische Unternehmen in diesen Bemühungen unterstützt werden.

Das Programm bietet zunächst eine kostenlose Erstberatung an, in der festgestellt wird, ob durch entsprechende Maßnahmen im Personalmanagement eine Verbesserung des Ist-Zustandes erreicht werden kann. Sollte dies der Fall sein, werden die betreffenden Unternehmen von Beratern längerfristig begleitet. „Das ist keine herkömmliche Unternehmensberatung, sondern eine Langzeitbegleitung“, erklärte Marterer.

Mitarbeiter sind der größte Wert des Unternehmens

Über neun Monate hinweg werde dabei das Verbesserungspotenzial der Unternehmen in verschiedenen Bereichen herausgearbeitet. Ein wichtiges Thema sei die Außendarstellung, die bei vielen kleinen Betrieben meist unterschätzt oder vernachlässigt werde. Dabei gelte es auch, den oft traditionell geprägten Blick auf den jeweiligen Beruf zu korrigieren. Denn die Handwerksberufe heute seien längst nicht mehr mit denen vor ein paar Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten vergleichbar.

Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement komme in kleinen Unternehmen oft zu kurz, erklärte Volker Kleinert. „Den Unternehmen muss aber klar sein, dass die Mitarbeiter ihren größten Wert darstellen. So lange die Betriebe das nicht berücksichtigen, werden sie große Probleme bekommen“, betonte er. In großen Unternehmen gebe es sogar spezielle Abteilungen, die sich um das Gesundheitsmanagement der Mitarbeiter kümmerten. Darüber hinaus drücke viele Handwerksbetriebe­ der Schuh aber noch an einer ganz anderen Stelle, wie Sanitär- und Heizungsbauer Torsten Weiler aus Hommertshausen feststellte. In der kompletten Innung mangele es an motiviertem und qualifiziertem Nachwuchs.

„Wir müssen teilweise Anfragen ablehnen, weil wir einfach nicht das Personal haben, um alles abzuarbeiten“, erklärte er die Sorgen der Heizungsbauer. Und das, obwohl die Betriebe mittlerweile intensiv mit den Schulen zusammenarbeiteten und sogar auf Sonderschüler zurückgriffen. „Wir könnten wachsen, aber es fehlt das Personal“, betonte Weiler. Auch bei solchen Problemen versucht das Förderprogramm zu helfen, das in Mittelhessen bis 2020 läuft.

von Sascha Valentin

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