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Flüge für nächsten Einsatz sind gebucht

Hilfe für Tansania Flüge für nächsten Einsatz sind gebucht

Der frühere Dekan Dieter Schwarz, Dautphetals Ex-Bürgermeister Hans Hauswirth und andere Helfer starteten 2004 ein Projekt, um einer Partnerschule des Dekanats im Osten Tansanias zu helfen.

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Der frühere Dekan Dieter Schwarz (Mitte) war in Tansania, um Solaranlagen zu installieren.

Gladenbach. „Im Jahre 2004 begannen wir mit dem Hilfsprojekt für die „Fanaka Memorial Secondary School“ in Bunju, im Osten Tansanias“, berichtet Dieter Schwarz.

Mit fünf anderen Helfern aus Mittelhessen sowie einheimischen Hilfskräften errichtete der ehemalige Dekan damals ein Mädchenwohnheim auf dem Gelände der Partnerschule, für Kinder, die den Schulweg nicht allein zurücklegen können. Finanziert wurde das Projekt durch ein Benefiz-Konzert in der Hinterlandhalle.

„Es ging uns besonders darum, etwas für die weiblichen Schüler unserer Partnerschule zu tun, weil diese an den staatlichen „Secondary Schools“ in Tansania normalerweise nicht aufgenommen werden“, erläutert Schwarz. „Mindestens 50 Prozent der 320 Schüler sollen daher Mädchen sein“, fügt er hinzu.

Das Dekanat Gladenbach unterhält bereits seit 1994 eine Partnerschaft mit dem Ngara-Distrikt in Tansania. Im Jahre 1995 lernte der Dekan Dieter Schwarz das Ehepaar Kahatano aus Tansania kennen, das nach dem tragischen Verlust von drei Kindern beschlossen hatte, etwas für die mittellosen Kinder des Landes, vor allem die Mädchen, zu tun.

Auf Initiative des Ehepaares entstand schließlich die Schule. Seitdem engagiert sich Schwarz gemeinsam mit weiteren Helfern aus dem heimischen Raum für das Projekt. 2005 brachten sie eine Solaranlage am Mädchenwohnheim der Schule an. „Nur drei Prozent des afrikanischen Landes sind elektrifiziert. Das Stromnetz ist sehr unsicher“, erklärt Schwarz.

2007 stattete er daher gemeinsam mit dem ehemaligen Dautphetaler Bürgermeister Hans Hauswirth zwei weitere Wohnheime der Partnerschule mit Solaranlagen aus. In Eigenregie bauten die Hinterländer zusammen mit einheimischen Helfern auch ein größeres Gebäude, das als Aula und Speisesaal der Schule genutzt wird. Der Großteil dieses Gebäudes wurde durch einen Sponsorenlauf an der Dautphetalschule im Herbst 2008 finanziert.

Im September vergangenen Jahres machten sich Schwarz und Hauswirth erneut auf den Weg nach Tansania, um eine Solaranlage an dem neuen Gebäude anzubringen. Sie hatten zuvor die benötigten Materialien in einen Container gepackt und nach Tansania verschiffen lassen.

„Als wir die Fracht im Hafen von Dar-es-Salaam abholen wollten, gab es Probleme. Die Container verblieben tagelang im Hafen, und wir wurden von den zuständigen Behörden ständig vertröstet“, erinnert sich Schwarz.
Offenbar habe man seitens der Behörden die Lagergebühren einbehalten wollen. Also erledigten die Helfer Vorarbeiten für die Verlegung von Lichtleitungen und brachten Steckdosen und Schalter in dem neuen Schulgebäude an.

Da sie ohne das benötigte Material für die Solaranlage sonst nichts mehr ausrichten konnten, reisten die beiden zurück nach Deutschland. Als sie zu Hause angekommen waren, erreichte sie die Nachricht, dass die Behörden in Tansania die Fracht nun doch freigegeben hätten.

„Wir planten zunächst, im Sommer diesen Jahres erneut nach Afrika zu fliegen, um die Arbeiten zu vollenden“, sagt Schwarz. Doch der Diplom-Ingenieur Peter Hoenen aus Cölbe habe ihn schließlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Batterien für die Solaranlage in der afrikanischen Hitze nicht lange gelagert werden könnten.

Hätte man noch bis zum Juni gewartet, wären sie nicht mehr zu gebrauchen gewesen. Aus diesem Grund machte sich Schwarz gemeinsam mit dem Solarexperten Hoenen bereits im Dezember wieder auf den Weg nach Tansania, um die Solaranlagen anzubringen.

„Peter Hoenen, der beim letzten Einsatz im Dezember die Leitung übernahm, arbeitete mit mir zusammen bei gefühlten 60 Grad auf dem Dach der Aula und Speisehalle. Mein Kreislauf begann zu streiken“, berichtet Schwarz.

Trotz dieser schwierigen Bedingungen zieht es ihn immer wieder nach Tansania. Er hat in dem afrikanischen Land schon an Gottesdiensten teilgenommen und auf Englisch gepredigt. „Die Gottesdienste sind da unten viel lebendiger als bei uns. Es wird sehr viel Musik gespielt. Die afrikanische Mentalität kommt dabei deutlich zum Vorschein. Dies ist sehr erfrischend“, sagt Schwarz. Im Juni möchte der ehemalige Dekan wieder nach Tansania. Die Flüge sind bereits gebucht.

von Sascha Becker

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