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Flüchtlinge finden eine neue Heimat

„Damals & Heute“ Flüchtlinge finden eine neue Heimat

In der Serie „Damals & Heute“ dokumentiert die Oberhessische Presse den Wandel von Straßenzügen und Gebäuden. Heute widmen wir uns dem Wohngebiet „Blankenstein“.

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Dieses historische Foto (oben) zeigt das Gladenbacher Siedlungsgebiet am Blankenstein. Es entstand wohl im Hochsommer 1950. Ein großer Teil des Getreides war bereits geerntet. Das Wohngebiet am Fuße des Blankenstein ist heute (unten) vom Baumbewuchs des Georg-Ludwig-Hartig-Parks verdeckt. Das aktuelle Bild entstand aus einem ähnlichen Blickwinkel wie die historische Aufnahme.

Quelle: Heimatverein Gladenbach / Hartmut Berge

Gladenbach. Den historischen Bildern aus den Städten und Gemeinden des Hinterlandes sowie Lohra werden aktuelle Aufnahmen gegenübergestellt. Sie sollen deutlich machen, was sich verändert hat, und was nicht.

Vermutlich im Hochsommer 1950 entstand das obere Foto von der Neubausiedlung „Blankenstein“ am Fuße der gleichnamigen Schlossruine. 50 Häuser entstanden damals im sogenannten Mietkaufsystem. Das war die größte Stadterweiterung in der Geschichte Gladenbachs bis zur kommunalen Gebietsreform 1974.

Das Foto wurde wohl von einer Stelle aufgenommen, wo später die Hainpark-Klinik errichtet wurde – aus ihr entstand das Haus Sonnenpark – ein Wohn- und Pflegeheim für seelisch Behinderte.

Die Schlossallee war damals nur auf einer Seite bebaut, die Sudetenstraße gab es noch nicht.

Der heutige Kurpark wurde landwirtschaftlich genutzt. Das dunkle Haus im Vordergrund besteht noch, und steht jetzt an der Karl-Waldschmidt-Straße.

Nach 1946 kamen die ersten Flüchtlinge und Vertriebene in die Stadt, der Strom der Heimatlosen war zeitweilig so groß, dass man plante, die Leute auch auf den Dörfern unterzubringen, was aber zu Reibereien führte.

Viele der Flüchtlinge zogen weiter in die großen Städte oder ins Ruhrgebiet, sodass sich vieles fast von selbst regelte.

Für die in der Stadt Verbliebenen musste rasch Wohnraum geschaffen werden. Arbeit fanden die Flüchtlinge im heimischen Bergbau, den Gießereien und Metallbaubetrieben, andere machten sich als gelernte Handwerker selbstständig.

Die katholische Gemeinde in Gladenbach platzte in dieser Zeit förmlich aus allen Nähten. Der Neubau einer Kirche unterhalb der Siedlung wurde 1955 in Angriff genommen.

Am 4. Dezember des selben Jahres wurde die neue katholische Kirche „Maria Königin“ mit einem Festgottesdienst eingeweiht.

von Hartmut Berge

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