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Fischbach bedauert die Entwicklung

Holzhausen Fischbach bedauert die Entwicklung

Die Nerven der Beteiligten sind gespannt, doch allmählich müsste Ruhe einkehren auf dem Hilsberg. Während dort bis zum 1. Juli kein Baum angerührt werden darf, ist das Bedauern über die verhärteten Fronten zu vernehmen.

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Ein Blick aus dem Flugzeug zeigt den Hilsberg, auf dem die Laubbäume noch kein Grün tragen. Im Hintergrund ist der Dautphetaler Ortsteil Holzhausen zu sehen.

Quelle: Nadine Weigel

Bad Endbach. „Mir gefällt die Entwicklung nicht, die die Sache jetzt nimmt“, sagt Landrat Robert Fischbach auf Anfrage der OP. Er habe den Vorschlag zur Mediation unterbreitet, um „Bewegung in die Sache zu bringen“ und ein Auf­einanderzugehen zu ermöglichen sowie vom „alles oder nichts“ wegzukommen.

Er habe während des Verfahrens auch den Eindruck gewonnen, dass „ein Kompromiss mög­lich wird“. Doch die Bereitschaft „zu geben und zu nehmen“, habe „nur die Gemeinde Bad Endbach durch ihren Beschluss den Kompromiss-Vorschlag zu akzeptieren ge­zeigt, die Bürgerinitiative nicht“.

„Ich finde es schade, aber dort kehrt man ja jetzt of­fensichtlich zu dem alten Spiel zurück: alles oder nichts“, sagt Fischbach. Man werde sehen, wie die Gerichte entscheiden. Dass die Holzhäuser auch langfristig die Windräder verhindern können, glaubt der Landrat nicht, und: „Die Chance für einen Kompromiss ist aber vertan.“

Zu den Äußerungen der BI-Vertreter, die sich während der Mediation mit ihren Anliegen nicht ausreichend gewürdigt sahen, sagt Fischbach: „Nach meiner Wahrnehmung war die Bürgerinitiative während des Mediationsverfah­rens immer ein gleichwertiger Partner am Tisch, deren Anliegen man immer ernst genommen hat. Und der Kompromiss war schließlich ein Entgegenkommen der Ge­meinde Bad Endbach gegenüber den Holzhäusern.“ Dass sich die Gemeinde jetzt nicht mehr daran gebunden fühle, ver­stehe er gut.

Die Gemeinde Bad Endbach sah den Kompromiss-Versuch schon durch die Klage gegen den vom Regierungspräsidium in Gießen genehmigten vorzeitigen Baubeginn unterminiert. Am Donnerstag hatten der Ersten Beigeordnete der Gemeinde, Dieter Domke, sowie Bauamtsleiter Thomas Reuter gegenüber der OP ihre Enttäuschung geäußert: „Wir bedauern das unehrliche Taktieren der BI, die nun ihr wahres Gesicht gezeigt hat. Es entsteht der Eindruck, dass die Mediation nur dazu diente, eine gute Ausgangsposition für die Klage zu schaffen.“

Sie kündigten zudem an, dass bei einem Bestand der Klage durch die BI auch die Zugeständnisse der Gemeinde hinsichtlich der Standorte 3 und 4 nicht mehr gelten. Bad Endbach würde nun die Linie verfolgen, dass man wolle, „was genehmigungsfähig ist“. Genaueres sollte nach einer Zusammenkunft am Montag bekannt gegeben werden. Domke erklärte am Montag auf Anfrage der OP jedoch, dass der Gerichtsbeschluss zur Kenntnis genommen wurde, eine weitergehende Stellungnahme jedoch noch nicht möglich sei.

Fischbach lobte auch den Regierungspräsidenten und dessen Mitarbeiter, die die Mediation „immer konstruktiv und fachlich gut begleitet und auch keine Absprachen gebrochen haben“. Sein Dank gelte auch Mediator Friedrich Bohl, der viele Tage und Stunden den Prozess gut moderierte, ohne dass Kosten entstanden sind.

Auch der Mediator bedauert, dass „wir nicht zu einem Konsens gekommen sind“. Darüber hinaus Gehendes will Bohl sich nicht äußern, da seine Pflichten als Mediator weit über das Verfahren hinaus gelten würden.

Die Gemeinde Dautphetal will sich am Dienstag erklären, nachdem sich am Montagabend die Verwaltungsspitze und die Fraktionsvorsitzenden des Gemeindeparlaments über den Stand beraten haben.

von Gianfranco Fain

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