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Firmen profitieren von Aufschwung

Privatinsolvenz Firmen profitieren von Aufschwung

Die Auftragsbücher sind voll und die Stimmung in der heimischen Wirtschaft ist positiv. Das zeigen auch die Zahlen der Unternehmensinsolvenzen.

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Wenn das Einkommen sinkt und trotzdem gleichbleibende Verbindlichkeiten bestehen bleiben, droht Verbrauchern die Überschuldung.

Quelle: Thorben Wengert

Marburg. Auch im dritten Quartel ist die Anzahl der eröffneten Insolvenzen im Landkreis-Marburg-Biedenkopf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesunken. 63 eröffnete Verfahren vermeldete das Landesamt für Statistik in Wiesbaden und damit einen Rückgang um minus 28,3 Prozent (drittes Quartal 2012: 92). Nach 32 Unternehmen, die im ersten Halbjahr Insolvenz anmelden mussten, ist die Zahl von Anfang Juli bis Ende September auf sieben gesunken. Am stärksten betroffen war erneut die Gruppe der Einzelunternehmen, freien Berufe und Kleingewerbe (vier Insolvenzverfahren).

Probleme bei Privatleutenbleiben bestehen

Bei den Verbrauchern schlägt sich diese positive Entwicklung aber nicht nieder. Nach 49 im ersten und 45 im zweiten beantragten im dritten Quartal 47 Privatleute Insolvenz. Für Herbert Lang von der Geschäftsstelle Schuldenhilfe Hessen in Marburg ist das nicht überraschend sondern deckt sich mit den Beobachtungen aus seinem Berufsalltag. „Ich denke sogar, da kocht eher noch etwas hoch“, sagte Lang. Schließlich gebe es in den Bereichen, die für viele von Zahlungsunfähigkeit bedrohten Menschen problematisch sind, ebenfalls eine stagnierende Entwicklung: Der Niedriglohnsektor und Arbeitslosigkeit. Zudem führen Scheidungen auch immer wieder zu Existenzgefährdungen von Frauen, die zuvor von dem Einkommen des Mannes Abhängig waren. „Diese Probleme bleiben und deshalb wird sich die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in naher Zukunft vermutlich auch nicht entscheidend verbessern“, sagte Lang.

Er und seine Kollegen versuchen ohnehin, ein Insolvenzverfahren möglichst zu verhindern. „Es sind zusätzliche Kosten, die dadurch entstehen. Deswegen versuchen wir im Vorfeld Einigungen zu finden, die für alle Beteiligten am sinnvollsten sind.“

Stichwort: Privatinsolvenz

Das Privatinsolvenzverfahren besteht aus vier Schritten. Der Schuldner versucht zunächst meist mit Hilfe einer Beratungsstelle über einen Schuldenbereinigungsplan eine Einigung mit den Gläubigern zu erzielen. Scheitert dies, kann das Verbraucherinsolvenzverfahren bei Gericht beantragt werden. Scheitern die Bemühungen, wird im vereinfachten Insolvenzverfahren das pfändbare Vermögen verwertet und an die Gläubiger ausgeschüttet. Nach sechs Jahren kann eine Restschuldbefreiung gewährt werden

von Andreas Arlt

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