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Hinterland Finger investiert in den Standort
Landkreis Hinterland Finger investiert in den Standort
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21:43 28.04.2010

Frankenberg. Bescheidenheit ist der dreiköpfigen Geschäftsführung eine wichtige Tugend. Deswegen betonen Klaus Cronau, Mathias Schäfer und Willi Schäfer bei ihrer „Wirtschafts-Pressekonferenz“ wohl auch immer wieder: Das Unternehmen setze keinesfalls auf Expansion um jeden Preis. Vielmehr gehe es darum, in einem hart umkämpften Markt „behutsam“ zu wachsen und dabei vor allen Dingen hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. Die aktuellen Investitionen am Standort in der Frankenberger Auestraße hätten demnach auch nichts mit „Größenwahn“ zu tun, unterstreicht Klaus Cronau. Der knapp 2 500 Quadratmeter große Anbau an Halle I sei lediglich die konsequente Umsetzung der von langer Hand geplanten Werkserweiterung. Ursprünglich sei das Werk nämlich auf die Produktion von 350 Häusern pro Jahr ausgelegt gewesen. Doch im vorigen Jahr hat das Unternehmen 590 Häuser gebaut – und dieses Jahr sollen es laut aktuellen Planungen 620 werden.

Rund vier Millionen Euro lässt sich Finger die Erweiterung kosten. Neben der Halle wird auch in Maschinen investiert. An einer sogenannten Riegelwerkstation etwa soll die Produktion von Hauswänden weiter automatisiert werden. „Der Mensch ist an dieser Stelle aber nach wie vor viel wert“, betont Cronau. Durch die neue Halle mit all ihrer Technik könne das Unternehmen im zweiten Halbjahr 2010 vom Drei-Schicht-Betrieb wieder auf den Zwei-Schicht-Betrieb umstellen. Künftig sollen Nachtschichten wegfallen. Neben den Investitionen in die Produktion hat FingerHaus für 1,2 Millionen Euro Photovoltaik-Anlagen gekauft. Die Module erzeugen auf insgesamt mehr als 3 500 Quadratmetern Dachfläche etwa 500 Kilowattstunden Strom. Das Frankenberger Traditionsunternehmen hat zudem im vorigen Jahr eine Kellerbaufirma übernommen. Investitionssumme: 1,5 Millionen Euro. Außerdem hat die Firma etwa 1,2 Millionen Euro in Vertriebsstandorte investiert – weitere Musterhäuser wurden in Nürnberg und Kassel errichtet, daneben wurde­ der Vertriebsstützpunkt in Berlin gestärkt.

Die Zahl der Mitarbeiter ist indessen auf 432 gewachsen, davon sind 28 Auszubildende. Die wirtschaftliche Gesamtleistung des Unternehmens stieg im Jahr 2009 auf etwas mehr als 100 Millionen Euro, für 2010 peilt die Geschäftsleitung ein Ergebnis von 103 Millionen Euro an. „Behutsames Wachsen“ bleibe auch langfristig die Unternehmens-Strategie, erklärt Mathias Schäfer. Wobei das nicht unbedingt bedeute, dass mehr Häuser gebaut werden. „Das Service-Paket wird größer“, sagt der Geschäftsführer. Außerdem sei es ein wesentliches Ziel des Fertighausherstellers, weiterhin eine hohe Zufriedenheit der Kunden zu erreichen. Da die Zahl neuer Häuser in Deutschland insgesamt kleiner werde, bedeute schon eine Stabilisierung der aktuellen Produktion, dass der Marktanteil von FingerHaus wachse. Als erster Fertighaushersteller überhaupt hat Finger für das Musterhaus „Medley“ in Kassel das Gütesiegel „Effizienzhaus“ der Deutschen Energie-Agentur dena erhalten.

von Johannes Fuhr

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