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Ferrero muss Angaben ändern

Etikettenschwindel Ferrero muss Angaben ändern

Der Süßwarenhersteller Ferrero muss das Etikett seiner Nuss-Nougat-Creme Nutella ändern. Das hat das Oberlandesgericht in Frankfurt nach einer Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen entschieden.

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Nutella-Gläser stehen in einem Supermarkt-Regal. Auf den Etiketten werden laut Oberlandesgericht irreführende Angaben zu Vitaminen und Nährwerten gemacht.

Quelle: Marcus Brandt

Frankfurt. Die Vitamin- und Nährwertangaben auf dem Etikett des Glases können die Verbraucher in die Irre führen, begründete das Oberlandesgericht Frankfurt das Urteil (Az.: 6 U 40/11).

Der Prozentsatz der empfohlenen Tagesmenge für Fett und Zucker werde auf dem Glas mit einer Grundportion von 15 Gramm angegeben, bei den Vitaminen und Mineralstoffen hingegen gibt der italienische Süßwarenhersteller, dessen einziger deutscher Produktionsstandort in Stadtallendorf liegt, 100 Gramm als Grundportion an.

Dadurch könne beim Verbraucher der falsche Eindruck entstehen, dass der Brotaufstrich wenig Fett und Zucker und viele Vitamine und Mineralstoffe enthalte, urteilten die Richter. Sie drohten Ferrero zudem ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro an, falls die Tabellen in der bisherigen Form auch in Zukunft weiterverwendet werden sollten.

Um die auf dem Etikett abgedruckten Vitaminquoten des täglichen Bedarfs zwischen 30 und 78 (Vitamin E) Prozent zu erreichen, müsste folglich ein Viertelglas des Aufstrichs gegessen werden.

Ferrero kündigte an, beim Bundesgerichtshof Rechtsmittel gegen die richterliche Entscheidung einzulegen. Das Unternehmen sei „weiterhin davon überzeugt, dass die Etikettgestaltung transparent und verständlich ist“, heißt es in einer Mitteilung.

Erst im Sommer hatte das Unternehmen negative Schlagzeilen gemacht, als die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch dem Ferrero-Produkt „Milchschnitte“ den Goldenen Windbeutel 2011 als dreisteste Werbelüge des Jahres verliehen hatte.

Seit dem Jahr 1956 produziert der italienische Süßwarenhersteller seine Waren auch in Stadtallendorf, dem größten Fertigungsstandort des Unternehmens in Europa. Dort arbeiten derzeit weit mehr als 3 000 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz der gesamten Ferrero-Gruppe beträgt nach Unternehmensangaben etwa 6,6 Milliarden Euro.

von Katharina Kaufmann
und unserer Agentur

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