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Kinder genießen Heimat von oben

Ferienpass Kinder genießen Heimat von oben

Die Welt wie ein Vogel von oben sehen: Das ­bieten die engagierten ­Segelflieger der Luftsportgemeinschaft Bottenhorn regelmäßig den Ferienspielkindern an. In diesem Sommer brauchte es allerdings drei Anläufe dafür.

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Vanessa Seibel und Pilot Joachim Becker machen sich zum Start bereit. Siegfried Hartner ist dabei behilflich.

Quelle: Peter Piplies

Bottenhorn. Es war zum in die Luft gehen. Nur, dass eben das nicht auf Anhieb funktionieren wollte. Während der erste Termin buchstäblich ins Wasser fiel, mussten die Bad Endbacher Ferienpasskinder beim Ersatztermin bis zum Nachmittag warten: Dann endlich hatten sich die Wolken so weit verzogen, dass die 20 Mädchen und Jungen mit Segelflugzeugen abheben konnten.

Die Luftsportgemeinschaft (LSG) Bottenhorn unterstützt die Ferienspiele seit Jahrzehnten. Zum einen wollen die ­Segelflugfreunde damit der Gemeinde für deren wohlwollende Unterstützung danken. Zum anderen möchten die Piloten den Kindern und Jugendlichen das „fantastische Hobby des Segelfliegens vorstellen“, wie es Manfred Herrmann formuliert.

Vereinschef Joachim Becker hingegen schwärmt von den sportlichen Möglichkeiten und Herausforderungen, bis zu 1000 Kilometer weit zu fliegen mit lediglich einem halben Liter Diesel – und der wird nur für den Start mit der Winde benötigt. Ansonsten brauchen die Flieger keine zusätzliche Energie, segeln allein durch die Kraft der Sonne beziehungsweise durch die erzeugte Thermik – also den Aufwinden, die durch die Sonneneinstrahlung auf die Erde entstehen, erläutert Becker.

Schüler lernen Verantwortung

Zu den Ferienpassfliegern gehörte die zwölfjährige Vanessa Seibel. Nach dem Flug war sie begeistert und erzählte von den wunderbaren Ausblicken bis zum Taunus und auf die Seen in den ehemaligen Steinbrüchen der Umgebung. Trotz eines etwas holprigen Starts auf der Rasenpiste habe sie keine Angst verspürt. Anschließend habe sie die Ruhe des Gleitflugs genossen, erzählte das Mädchen.

Die Bottenhorner Segelflieger bieten jedoch nicht nur das Ferienpassfliegen an. Jeder, der möchte, ist bei der LSG willkommen und kann sich bei ­einem Probeflug das Hinterland von oben anschauen.

Aber nicht nur das: In dem Verein kann jeder ab 14 Jahren das Segelfliegen erlernen und den Luftfahrerschein machen. Diesen gibt es aber erst ab dem 17. Geburtstag. Ein Segelflugzeug hingegen dürfen die Schüler – natürlich nach gründlicher Einweisung und gemeinsamen Stunden mit dem Fluglehrer – bereits ab 14 Jahren alleine steuern. Damit vertrauten die Bottenhorner ihrem Nachwuchs ein Fluggerät im Wert von 120.000 Euro an, erläutert Herrmann. Dieses Vertrauen könne „lebensprägend“ sein und das Selbstbewusstsein ungemein fördern.

Fluglehrer arbeiten ehrenamtlich

Bei optimalen Bedingungen kann ein Flugschüler – wenn er fleißig viele Wochenenden im Sommer auf dem Flugplatz verbringt und noch ein wenig Theorie lernt – nach zwei bis drei Jahren seinen Luftfahrerschein bekommen. Dabei lernt der zukünftige Pilot nicht nur das Fliegen mit der Thermik, sondern unter anderem auch das Bedienen der Seilwinde am Boden. Denn das gehört auf dem Bottenhorner Flugplatz dazu.

Die Segelflieger freuen sich nicht nur über jugendliche Neueinsteiger, wie der Vorsitzende­ sagt. Viele ältere Freunde der Luftfahrt haben hier ebenfalls ihre Flugstunden absolviert und erfolgreich die Abschlussprüfung gemeistert. Alle Fluglehrer arbeiten für den Verein ehrenamtlich. Neben dem Segelfliegen bietet der 1962 gegründete Verein auch eine Ausbildung auf einem Ultraleichtflugzeug an.

Wer sich für das Fliegen interessiert, kann an einem sonnigen Wochenende einfach auf den Flugplatz kommen oder sich auf der Internetseite www.lsgbottenhorn.de informieren.

von Peter Piplies

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