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Hinterland Fachschüler wünschen sich „Hotel de Knell“
Landkreis Hinterland Fachschüler wünschen sich „Hotel de Knell“
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18:12 15.09.2013
Schulleiterin Dr. Ursula Knell (links) begrüßte Kultusministerin Nicola Beer (FDP). Der Empfang fand auf dem Parkdeck der Schule statt. Die Gäste hatten einen Blick aufs Schloss. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Auf dem festlich geschmückten Schulgelände tauschten sich am Freitag ehemalige Schüler, Ausbilder und Ehrengäste bei einer reichen Auswahl an Speisen und Getränken aus. Musik und Unterhaltung stand im Vordergrund des Festes, das bis in den späten Abend ging. Der Empfang war aber auch Anlass für Rück- und Ausblicke.

„Unsere Wünsche für die Zukunft sind schon wieder nicht bescheiden“, teilte Schulleiterin Dr. Ursula Knell den Festgästen während der 25-Jahr-Feier der Hotel- und Touristikfachschule (HTF) mit. „Wir träumen von einem Fünf-Sterne-Ausbildungshotel oder einem Bikerhotel“, sagte Knell. Das Ortenberghaus oder das Waggonhallengelände wären aufgrund der Nähe zur Schule ideal dafür, ergänzte sie. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) griff den Vorschlag auf: Er hatte entdeckt, dass die Schüler auf einem Wünsche-Plakat von einem „Hotel de Knell“ träumen. „Wir sind schon lange dabei, ein Ausbildungshotel im Lokschuppen zu entwickeln“, so Vaupel. Nachdem die Stadt mit der Kletterhalle Bewegungsräume für die Käthe-Kollwitz-Schule geschaffen habe, würde die Stadt gern mit dem Land Hessen und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband den Weg für ein Ausbildungshotel frei machen, so der Oberbürgermeister.

Weinbach thematisiert sinkende Schülerzahlen

Die rot-grüne Koalition hatte bisher ein Konzept verfolgt, wonach ein preisgünstiges Hotel für Rad-Touristen von der Jugendkonflikthilfe (Juko) betrieben werden sollte. Nähere Angaben dazu machte Vaupel während der Jubiläumsfeier nicht. Dafür sprach er ein weiteres Thema an, das in der Schule diskutiert wird: die sinkenden Schülerzahlen. 38 Studierende sind derzeit in der zweijährigen Weiterbildung an der HTF eingeschrieben. „Wir wissen, dass weitere Lösungen erarbeitet werden müssen, damit Mittelhessen nicht verliert“, so Vaupel. Das Potenzial sei vorhanden, sagte der Oberbürgermeister. Dass Marburgs Touristenzahlen stetig steigen, zeige, dass die heimischen Betriebe gut ausgebildetes Personal haben. 1200 Studierende haben sich in den vergangenen 25 Jahren an der HTF weitergebildet.

Vor 25 Jahren war sie die erste öffentliche Touristikschule in Hessen. „Die Schule war einzigartig in Hessen und konnte ein Profil entwickeln, das ihr zu einer überregionalen Bedeutung verholfen hat“, sagte Schuldezernentin Dr. Kerstin Weinbach (SPD). „Leider wurden in den letzten Jahren durch das Land Hessen weitere Hotelfachschulen eingerichtet, sodass zusammen mit etablierten privaten Hotelfachschulen ein permanenter und schwieriger Wettbewerb entstanden ist, der letztendlich dazu geführt hat, dass die Schülerzahlen rückläufig sind“, so Weinbach und spielte damit auf die neuen Hochschulen in Südhessen an. An die hessische Kultusministerin Nicola Beer (FDP) gerichtet appellierte Weinbach, dass „vorhandene regionale Strukturen“ künftig stärker berücksichtigt werden. Beer verteidigte die neuen Strukturen in der Schullandschaft. Die Schulen hätten unterschiedliche Ansätze, sagte die Ministerin. „Das südhessische Angebot geht einen ganz anderen Weg.“ „Ich glaube, dass die Hotel- und Touristikfachschule in Marburg für die Zukunft bestens aufgestellt ist. Ihr Renommee ist hervorragend“, sagte Beer. Dass die HTF in Marburg bereits vor 25 Jahren zukunftsorientiert war, sei daran zu erkennen gewesen, dass der Text auf der ersten Festbroschüre auch auf Italienisch und Französisch geschrieben war. Heute ist der internationale Austausch fest im Programm der Schule verankert, betonte Beer. Zuvor hatte dies Knell ebenfalls herausgestellt.

Der Ehrenpräsident der Dehoga, Reinhard Schreek, hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Ausbildung in der Gastronomie, warnte aber auch vor der „Ausbildung um jeden Preis“. Wenn Betriebe nicht als Ausbilder geeignet seien oder Jugendliche nicht für die Ausbildung, sollte man den Mut zur Absage haben und nicht um der Statistik willen zusagen, so Schreek.

von Anna Ntemiris

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