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Hinterland Scheibehenne fiebert Highlight entgegen
Landkreis Hinterland Scheibehenne fiebert Highlight entgegen
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00:17 28.09.2018
In dem Portrait über Dr. Günther Scheibehenne werden auch dessen andere Leidenschaften vorgestellt, zum Beispiel das Saxophonspiel auf dem Dreimeterbrett. Quelle: Sascha Valentin
Niedereisenhausen

Dr. Günther Scheibehenne zieht es nach Hawaii. Dort will er am Ironman-Triathlon teilnehmen. Sein Weg dorthin hat nun den Fernsehsender ZDF auf den Plan gerufen. Ein Reporter begleitete den 70-Jährigen bei seinen Vorbereitungen auf den Wettkampf mit der Kamera und drehte ein Portrait über den Extremsportler. Gesendet wird es Anfang Oktober im Morgenmagazin.

„Warum frage ich eigentlich noch? Hätte ich ja auch gleich wissen müssen“, kommentiert Reporter Olaf Bozdech abgeklärt die Antwort Scheibehennes auf seine Frage, ob er denn tauchen könne. „Natürlich, ich bin Rettungstaucher der DLRG“, sagt der Eisenhäuser. Er nimmt die Actioncam des Reporters und taucht im Becken des Steffenberger Freibades, während die Kamera ihn auf seiner Bahn unter der Wasseroberfläche filmt.

Keine Angst vor der Herausforderung

Fast scheint es, als gebe es keine körperliche Herausforderung, der sich Scheibehenne noch nicht gestellt hat. Er läuft, schwimmt, taucht, fährt Hunderte von Kilometern mit dem Rad und ist Mitglied im Deutschen Alpenverein – denn auch das Klettern gehört zu seinen Leidenschaften.

Der eng an seinem Körper anliegende Neoprenanzug zeigt deutlich, wie fit Scheibehenne tatsächlich ist. Er zeichnet das Bild eines Musterathleten: kein Gramm Fett, stattdessen Sehnen und Muskeln, die der 70-Jährige in mehr als 30 Jahren trainiert hat, in denen er nun schon Ausdauersport betreibt.

Angst vor der bevorstehenden Herausforderung verspürt er keine. Eher erwartungsvolle Vorfreude darauf, nun endlich an der Weltmeisterschaft teilnehmen zu können. Ein Ziel, das er so viele Jahre verfolgt und für das er eisern trainiert hat. Jeden Tag mindestens zwei Stunden Sport stehen auf seinem Plan. Nur einmal in der Woche gönnt sich Scheibehenne einen Tag Ruhe, zur Regeneration, wie er sagt.

Trainingsprogramm hat es in sich

Sein übliches Pensum ist beeindruckend: bis zu drei Stunden Ausdauerlauf am Stück, dazwischen immer wieder Intervalltrainings mit schnellen Sprints. 92 Kilometer mit dem Rad mal eben bis zum Rhein-Weser-Turm im sauerländischen Kirchhundem, und das in gerade einmal drei Stunden. Dazu noch jede Menge Krafttrainingseinheiten, um Oberschenkel und Trizeps für die Beanspruchung bei Schwimmen und Radfahren zu stärken. Von den kilometerlangen Schwimmstrecken ganz zu schweigen.

Scheibehenne ist sich sicher: Ohne den Sport würde es ihm in seinem Alter nicht so gut gehen. „Die Weltgesundheitsorganisation hat ja erst kürzlich wieder Alarm geschlagen“, berichtet er. „Die Menschen bewegen sich einfach zu wenig. Vor allem die Kinder.“ Es müsse ja gar kein Extremsport sein, wie in seinem Falle. „Aber jedes bisschen Bewegung tut dem Körper gut“, weiß Scheibehenne. Die Bilanz seiner Erfolge allein in diesem Jahr unterstreicht das nur allzu deutlich. Hessischer Berglaufmeister, zweifacher Deutscher Meister, darunter in der olympischen Distanz im Triathlon, und nicht zuletzt der Sieg bei der ­Europameisterschaft in Frankfurt, mit dem er sich für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifiziert hat.

Extremsportler ist vielseitig interessiert

Insgesamt wird das der zehnte Ironman sein, an dem Scheibehenne teilnimmt. Dazu kommen mehr als 80 Marathonläufe, 40 Skilanglauf- und 45 In-­linermarathons. Die Ausdauer und Beharrlichkeit des Eisenhäusers lässt auch den ZDF-Reporter staunen. Günther Scheibehenne sei ein Phänomen, sagt Olaf Bozdech. Zumal er keineswegs nur im sportlichen Bereich „eine Granate“ ist, wie der Reporter in seinem Filmportrait des 70-Jährigen zeigt.

Neben seinen Vorbereitungen auf den Ironman-Wettbewerb finden in dem rund zwei Minuten langen Beitrag auch noch ­einige andere Hobbys des ­Eisenhäusers Erwähnung. So zeigt er zum Beispiel seine Vorliebe für den Modellbau mit ­einem von ihm gebauten Schiff, und er lässt für die Fernsehkamera sein Saxophon erklingen. Allerdings nicht zu Hause in der heimischen Stube, sondern auf dem Dreimeterbrett des Schwimmbades. Ein anderer Ort würde auch kaum zu Günther Scheibehenne passen.

von Sascha Valentin