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Dach und Fassade sind marode

Evangelische Kirche Quotshausen Dach und Fassade sind marode

Das Gerüst um die kleine evangelische Kirche in Quotshausen steht. Der Innenraum ist leergeräumt. Die rund 325.000 Euro teure Sanierung hat begonnen.

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Die evangelische Kirche in Quotshausen wird derzeit saniert. Zum Erntedankfest will die Gemeinde in dem Steffenberger Ortsteil ihr Gotteshaus wieder uneingeschränkt in Betrieb nehmen.

Quelle: Klaus Kordesch

Quotshausen. „Erntedank würden wir gerne wieder hier feiern“, sagt Pfarrerin Tatjana Frenzel. Derzeit schützen noch Folien alles, was durch die Sanierungsarbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden könnte und nicht woanders sicher untergebracht werden konnte.

„Soll die Vase zum Müll oder auf den Dachboden?“ Küsterin Renate Kaufmann, Mathilde Künkel, Wolfgang Becker und Harald Achenbach vom Bauausschuss der örtlichen Kirchengemeinde machen es ihrer Pfarrerin beim Räumen der Kirche nicht immer leicht. Dass das Mikrofon mit ins Gemeindehaus genommen wird, ist klar, aber die Quittung von 2005? „Weg“, entscheidet Frenzel.

Eigenanteil schon beinahe zusammen

Weitere Entscheidungen stehen angesichts der unter dem Altar ­gefundenen Reinigungsserviette für Abendmahlskelche und einem kleinen Taschenmesser an. Es sind leichte Entscheidungen im Vergleich zu der, als kleine Kirchengemeinde die Sanierung der erst 1971/72 umfassend renovierten Kirche stemmen zu wollen.

Nicht nur der in die Jahre gekommene Dachschiefer und der Außenanstrich, sondern auch marode Balken im Dachgestühl, in der Decke des Kirchenraumes und in den Fachwerkwänden verlangen nach einem Austausch, wenn die 1860 erbaute­ Kirche weiter genutzt werden soll. „Die Gottesdienste in unseren beiden Kirchen sind gut besucht, im Schnitt kommen rund 70 Leute“, berichtet die Seelsorgerin der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wolzhausen-Quotshausen.

Positiv ist auch, dass die kleine Gemeinde nur rund 20.000 Euro als Eigenanteil an den laut Gutachter anfallenden Kosten von rund 325.000 Euro selbst aufbringen muss – den Rest übernimmt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

„Menschen wollen nicht auf dem Trockenen sitzen“

Etwa 18.800 Euro sind auch schon beisammen, freut sich die Pfarrerin. Ein persönlich an alle Dorfbewohner gerichteter­ Spendenaufruf habe viel gebracht. Sie sähen das Gebäude als „ihre“ Kirche an. „Da noch andere Kredite für die Erneuerung der Heizungsanlagen und das Dach der Kirche in Wolzhausen abzutragen sind, ist die zusätzliche Belastung für unsere kleine Kirchengemeinde enorm hoch“, hatte der Kirchenvorstand die Bitte erklärt.

Gottesdienst wird vorläufig alle 14 Tage im Gemeindehaus gefeiert. Ursprünglich war geplant, die Feier während der Bauphase nur einmal im Monat stattfinden zu lassen. Doch „ich habe mehrere angerufen und nach ihrer Einschätzung gefragt“, erläutert die Pfarrerin: „Die Kontinuität ist den Menschen wichtig, sie wollen nicht ein halbes Jahr auf dem Trockenen sitzen.“

von Klaus Kordesch

  • Der Autor Klaus Kordesch ist Öffentlichkeitsbeauftragter des Dekanats Biedenkopf-Gladenbach.
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