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Europaschülerin will in die Forschung

Gladenbach Europaschülerin will in die Forschung

Naturwissenschaftliche Fächer gelten an Schulen gemeinhin als männliche Domäne. Katharina Warinner schickt sich nun jedoch an, diese Vorherrschaft zu brechen.

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Katharina Warinner aus Rossbach liebt Biologie und Chemie. In einem Erfinderlabor wurde die Europaschülerin als eine der besten Teilnehmerinnen aus ganz Hessen ausgezeichnet.

Quelle: Sascha Valentin

Gladenbach. Die Europaschülerin aus Gladenbach ist aufgrund ihrer besonderen Begabungen in den Fächern Biologie und Chemie für ein einwöchiges Erfinderlabor am Zentrum für Chemie in Bensheim ausgewählt worden.

Hessenweit kamen nur 16 Schüler in diesen Genuss – darunter nur vier Jungen. Als sich die Technische Universität Darmstadt mit der Frage nach begabten Schülern an sie gerichtet habe, sei ihm gleich Katharina in den Sinn gekommen, sagte Biologielehrer Dr. Uwe Thias. Die habe bereits seit der elften Klasse mit besonderen Leistungen und vor allem großem Interesse an Naturwissenschaften auf sich aufmerksam gemacht, erklärte er.

Beides zusammen hat ihr nun den Platz in dem Erfinderlabor beschert, wo sich die Teilnehmer mit dem Thema Biotechnologie auseinandersetzen mussten. „Für meine Gruppe lag der Fokus dabei auf der Pflanzenbiotechnologie“, erzählte Warinner. Unter anderem ging es dabei um den Einsatz von Pflanzen als Bioreaktoren – etwa zur Produktion von Arzneimitteln. So wird zum Beispiel Insulin nicht mehr nur in Bakterien hergestellt, sondern auch schon in Pflanzen, berichtet Warinner von dem Einblick in das Forscherlabor.

Sie selbst musste dabei ein gelb fluoreszierendes Protein in die Pflanze einsetzen und diese so dazu bringen, das Eiweißmolekül zu reproduzieren. Wenn ihr dies gelungen ist, müsste die Pflanze unter UV-Licht gelblich leuchten. Ein weiterer Versuch Warinners bestand darin, gentechnisch veränderten Mais aus den USA nachzuweisen. Die Ergebnisse aus ihren Versuchen haben Katharina und ihre Gruppe schließlich nicht nur ihren Eltern, sondern auch einer Jury aus Fachleuten vorgestellt, die davon so überzeugt waren, dass sie die Schüler mit dem ersten Preis ausgezeichnet haben: Einem Forscherwochenende im kommenden Jahr am Fraunhofer-Institut in Berlin.

In dem renommierten Forschungsinstitut mitwirken zu können, das sei schon eine besondere Ehre, erklärte Uwe Thias. Was genau Katharina Warinner dort erwartet, weiß sie noch nicht, Thias kann sich aber durchaus eine Art Talentsichtung vorstellen.

Für die Schülerin wäre das ein Glücksgriff, denn das einwöchige Forscherlabor hat sie in ihrem Berufswunsch bestätigt. Und der geht ganz klar in Richtung Forschung.

Deswegen steht nach dem Abitur im kommenden Jahr der Wunsch nach einem Studium der Biochemie oder -medizin auch ganz oben auf der Liste von Katharina Warinner.

von Sascha Valentin

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