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Euker druckt in allen Sprachen der Welt

OP-Serie "Aus dem Landkreis in die Welt" Euker druckt in allen Sprachen der Welt

Die Eukerdruck GmbH & Co. KG in Marburg-Cappel produziert Packungsbeilagen, Etiketten und Mini-Broschüren für die Pharma-Industrie. Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück.

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Ein Mitarbeiter der Eukerdruck GmbH & Co. KG kontrolliert Druckbögen auf Fehler. Die Produkte des Cappeler Unternehmens werden von den Kunden in alle Welt verteilt.

Quelle: Privatfoto

Cappel. Es hat wohl jeder Marburger, ja wahrscheinlich sogar schon jeder Bundesbürger einmal ein Produkt von der Eukerdruck GmbH & Co. KG aus dem Marburger Stadtteil Cappel in der Hand gehabt – und zwar ohne es zu wissen. Warum das so ist? Ganz einfach: Jede vierte Packungsbeilage und jede vierte Minibroschüre eines Medikamentes in Deutschland wird von dem Cappeler Unternehmen gedruckt. „Unser Logo ist auf keinem unserer Produkte zu sehen, schließlich fertigen wir alle Drucke im Auftrag unserer Kunden an“, erklärt Robert Mägerlein, einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens, wieso die Euker-Produkte nicht als solche zu erkennen sind.

Euker verarbeitet 8000 Tonnen Papier im Jahr

Die produzierten Stückzahlen können sich allerdings sehen lassen: Vier Millionen Packungsbeilagen und vier Millionen Etiketten drucken die 250 Mitarbeiter in den zwei Werken in Marburg am Tag. Dazu kommen noch zwischen drei und vier Millionen Mini-Broschüren pro Woche. „Wir verarbeiten etwa 8 000 Tonnen Papier im Jahr“, berichtet Mägerlein nicht ohne Stolz. 35 Prozent der Aufträge kommen aus dem Ausland. Das Hauptabsatzgebiet ist den Angaben des Geschäftsführers zufolge Europa. „Wir haben aber auch Kunden, die in China beziehungsweise in Mexiko sitzen“, betont Mägerlein.

Von den Kunden werden die Euker-Erzeugnisse dann um den gesamten Erdball verteilt: Von Asien und Australien über die USA, Südamerika, Afrika und natürlich Europa. „Entsprechend drucken wir die Packungsbeilagen auch in allen Sprachen und Schriftzeichen der Welt“, erläutert Robert Mägerlein und ergänzt: „Unsere Herausforderung besteht darin, die Textbilder, die uns der Kunde liefert, auch so zu drucken, dass kein Strich, kein Pünktchen fehlt. Denn es könnte ein anderes Wort oder einen anderen Sinn ergeben.“ Neben dem Druck werden die Etiketten, Mini-Broschüren und Packungsbeilagen bei Eukerdruck auch weiterverarbeitet, teilweise gefalzt und teilweise geklebt.

„Von der Bestellung über die Druckreife bis zur Auslieferung vergehen in der Regel nicht mehr als zwei Wochen“, sagt der Geschäftsführer in dritter Generation. Neben ihm sind auch Bruder Dietrich und Vater Manfred Mägerlein im Unternehmen tätig. Es war im Jahr 1950 als der Großvater Robert Mägerleins die zwischen 1906 und 1911 von Karl Euker gegründete Druckerei Euker mit zehn Mitarbeitern übernahm. Als 1960 Manfred Mägerlein in die Fußstapfen seines Vaters trat, hatte das Unternehmen schon 20 Mitarbeiter. „Mein Vater hat die Produktion dann kontinuierlich ausgebaut und sich schließlich von den Standard-Drucksachen auf die Drucksachen für die Pharma-Industrie spezialisiert, weil die Behring-Werke in Marburg stetig am Wachsen waren“, berichtet Robert Mägerlein.

Das erste Druckhaus stand am Steinweg

Während das Druckhaus anfangs im Steinweg in Marburg war, baute Manfred Mägerlein im Jahr 1970 schließlich die erste Produktionshalle an der Marburger Straße in Cappel, 1980 wurde eine zweite Halle fertig, 1985 eine dritte. Nachdem auch die „Ost-Erweiterung“ mit der Gründung der Pharma Druck in Dresden erfolgreich verlaufen war, investierte Eukerdruck im Jahr 1993 in ein zweites Werk im Cappeler Industriegebiet. Mittlerweile produzieren 20 Druckmaschinen mit 75 Druckwerken, 25 Falzmaschinen und drei vollautomatische Klebebinder-Maschinen die verschiedenen Euker-Produkte.

Damit das wie geschmiert läuft und alle von der Weltgesundheitsorganisation vorgeschriebenen Qualitätsstandards eingehalten werden, werden die Mitarbeiter immer wieder geschult und – wie auch die Maschinen – auf den neusten Stand der Technik gebracht. „Mindestens eine Schulung pro Jahr sollen unsere Mitarbeiter machen, die Regel sind eher zwei bis drei“, erläutert der Geschäftsführer. Um für entsprechenden Nachwuchs im Mitarbeiterstamm zu sorgen, werden Jahr für Jahr zwischen vier und sechs Auszubildende eingestellt, die nach der Ausbildung meist übernommen werden. „Unsere Mitarbeiter sind alle lange Jahre bei uns, der Betriebszugehörigkeitsschnitt liegt bei etwa 18 Jahren“, betont Mägerlein stolz. Für die Zukunft setzen die drei Geschäftsführer weiter auf die Investitions- und Weiterbildungsstrategie – und damit zukünftig nicht mehr nur jeder vierte Beipackzettel und jede vierte Mini-Broschüre aus Cappel kommt, will das Unternehmen durch einen entsprechenden Umbau des Hygienemanagements auch noch zusätzliche Branchen wie die Lebensmittel- und die Kosmetik-Industrie als Kunden gewinnen.

von Katharina Kaufmann

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