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Ethik gehört zu den Zutaten

Ferrero Ethik gehört zu den Zutaten

Ob bei der Auswahl der Rohstoffe oder der Förderung der ehemaligen Mitarbeiter: Das Unternehmen Ferrero stellt seine soziale und ökologische Verantwortung in einem Jahresbericht vor.

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Dunja Hayali moderierte die Präsentation in der italienischen Botschaft. Die Ferrero-Chefs Stephan Nießner ( von links), Carlo Vassallo und Pasquale Giorgio stellten den Gästen – darunter Dr. Hermann Otto Solms, Vizepräsident des Bundestags, den Bericht

Berlin. „Wir müssen das Thema soziale Verantwortung mehr nach außen darstellen. Uns wird nicht vorgeworfen, dass wir nichts tun, sondern, dass wir nicht darüber reden“, sagte Stephan Nießner im OP-Gespräch. Nießner, seit 2011 Geschäftsführer von Ferrero Deutschland GmbH, davor war er Leiter der Rechtsabteilung, will die Kommunikationsstrategie des Unternehmens mit italienischen Wurzeln ändern. In der italienischen Botschaft in Berlin präsentierte das Unternehmen daher erstmals seine Corporate-Social-Responsibility-Strategie (soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit) einem Teilnehmerkreis aus Politik und Wirtschaft. Vor rund 130 Gästen gaben die Ferrero-Chefs Deutschlands Einblick und Aktivitäten sowie soziale und ökologische Projekte, moderiert wurde die Veranstaltung von der ZDF-Journalistin Dunja Hayali.

„Werte teilen, um Werte zu schaffen“: Unter diesem Motto steht der dritte CSR-Bericht. „Was CSR betrifft, hat Ferrero wahrscheinlich so gut wie kein Image. Das ist das Problem“, sagte Nießner. Die Medienlandschaft habe sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. „Für ein Familienunternehmen ist es nicht so einfach diesen Schritt nachzuvollziehen“, so Nießner.

Eier aus Bodenhaltung

Carlo Vassallo, ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung von Ferrero Deutschland, erklärte: Soziale Verantwortung sei seit jeher die unternehmerische Grundhaltung des Schokoladenherstellers - bislang sei dies nur nicht CSR genannt worden. Der nun 3. CSR-Bericht dokumentiere Ziele und Entwicklungen transparent - die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte bewertete dies mit dem höchstmöglichen Level A+. „Wir sind das einzige Lebensmittelunternehmen in der EU, das solch ein bedeutendes Resultat erhalten hat“, sagte Vassallo. Die beiden Geschäftsführer sowie Pasquale Giorgio, ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung, stellten einige Entwicklungen in Berlin vor, die das Stadtallendorfer Werk betreffen und unter dem Stichwort „Nachhaltigkeit“ zusammengefasst werden kann:

n Ferrero hat sich zum Ziel gesetzt, ab dem Jahr 2014 weltweit nur noch Eier aus Bodenhaltung und nicht mehr aus Käfighaltung zu verwenden. In Stadtallendorf werden seit September 2012 nur noch Eier aus Bodenhaltung verwendet, sagte Aldo Christiano, der für den Einkauf der Rohstoffe zuständig ist, auf Anfrage der OP.

n Bei der Kakaoernte in den Ländern Ghana, Nigeria, Ecuador und Elfenbeinküste will Ferrero noch mehr auf Nachhaltigkeit setzen. Nießen berichtete von der Weltkakaokonferenz, die im November in der Elfenbeinküste stattfand. „Ein wirkliches Problem ist das Thema missbräuchliche Kinderarbeit“, räumte Nießen ein. Es gebe Verbote und entsprechende Initiativen, um die Situation der Kakaobauern zu verbessern. „Missbräuchliche Kinderarbeit ist die Folge der schlechten wirtschaftlichen Situation der Farmer“, so Nießner. Daher müsse man zunächst die ökonomischen Bedingungen der Landwirte dort verbessern.

n Derzeit 420 ehemalige Ferrero-Mitarbeiter erhalten auch im Ruhestand die Möglichkeit, an kulturellen Aktionen und Gesundheitskursen teilzunehmen, die das Unternehmen anbietet. Über 4800 Teilnehmer wurden insgesamt in den Kursen gezählt.

von Anna Ntemiris

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