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Hinterland „Es gibt noch jede Menge Chancen“
Landkreis Hinterland „Es gibt noch jede Menge Chancen“
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17:54 16.07.2015
Berufsberater Dr. Mohammad Malmanesh (links) berät Lucas Ebinger, der eine Ausbildung zum Straßenbauer machen will. Quelle: Andreas Schmidt
Marburg

Um möglichst viele junge Menschen in Ausbildung zu vermitteln, veranstaltete die Agentur für Arbeit gestern die Aktion „Check-in“: In den Geschäftsstellen Marburg und Biedenkopf standen Berufsberater und Arbeitgeberservice parat, um die Jugendlichen und auch deren Eltern zu beraten.

Laut Zahlen der Arbeitsagentur gibt es derzeit noch knapp 550 freie Ausbildungsplätze. Denen stehen etwa 750 unversorgte Bewerber gegenüber. „Es ist noch jede Menge Bewegung auf dem Markt“, verdeutlicht Gerhard Wenz, Bereichsleiter bei der Marburger Arbeitsagentur. Jeden Tag würden sich die Zahlen ändern, „auch jetzt melden Betriebe noch freie Stellen. Und manche Betriebe melden sich auch erneut, weil ihnen ein Bewerber abgesprungen ist“, weiß er.

Eine Erfahrung, die Sascha Becker, stellvertretender Teamleiter der Berufsberater, bestätigt: „Es gibt noch jede Menge Chancen auf einen Ausbildungsplatz.“ Die Berufsberater seien derzeit auch stark mit dem „Matching“ beschäftigt - also mit dem Versuch, den Interessenten einen Ausbildungsplatz zu vermitteln.

Denn: Auch wenn es aufgrund der Zahlen einfach klinge, den Bewerbern eine Stelle zu vermitteln, sei dies in der Realität nicht so leicht. Die Bewerber hätten mitunter schon recht genaue Vorstellungen - und selbst, wenn im gewünschten Beruf noch eine Stelle frei sei, könne sie nicht jedem Bewerber auch vermittelt werden. Häufig könne es schon am Wohnort scheitern - mitunter seien die Arbeitsstellen mit dem öffentlichen Nahverkehr nur schwer zu erreichen.

Aus diesem Grund bieten die Berufsberater auch den Blick über den Tellerrand hinaus an, informieren die jungen Leute beispielsweise auch über ähnliche Berufe, „an die diese vielleicht bisher noch gar nicht gedacht haben“, erläutert Becker.

Berufsberater rät zu weiterem Schulbesuch

Das Angebot wurde von den Bewerbern gut angenommen: Rund 100 ließen sich in den beiden Geschäftsstellen der Arbeitsagentur beraten.

Einer davon war Lucas Ebinger aus Dreihausen. „Ich wollte mich eigentlich über eine Stelle als Straßenbauer informieren“, sagt der 18-Jährige. Er habe bereits ein Jahr lang in einem Straßenbaubetrieb gearbeitet, dabei auch schon Bagger und Radlader gefahren, „das hat eine Menge Spaß gemacht, ich habe mir sogar einen eigenen Bagger gekauft“, sagt er. Doch als es zu Übernahme und Ausbildung kommen sollte, ging das Arbeitsverhältnis in die Brüche.

Auch eine Arbeit als Landschaftsgärtner könne er sich vorstellen - in diesem Berufsfeld hat der Dreihäuser ebenfalls schon ein halbes Jahr lang Erfahrungen gesammelt.

Doch Berufsberater Dr. Mohammad Malmanesh hat - nachdem er sich Unterlagen und Zeugnisse des 18-Jährigen genau angesehen hat - einen anderen Rat für Lucas Ebinger parat. „Er sollte weiter zur Schule gehen“, meint er. Denn Ebinger verfüge - auch aufgrund der gesammelten Berufserfahrung - über jede Menge Potenzial. Dieses spiegele sich jedoch leider nicht in den Noten seines Abschlusszeugnisses wider. „Ich bin überzeugt davon, dass er wesentlich bessere Chancen und später auch mehr Erfolg haben wird, wenn er noch ein bisschen die Schulbank drückt“, sagt der Berater. So könne er auch verborgenes Potenzial noch besser entwickeln.

von Andreas Schmidt

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