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Erneute Bewährung trotz Unterschlagung

Amtsgericht Erneute Bewährung trotz Unterschlagung

Trotz mehrerer Vorstrafen wegen Diebstahls und Betrugs kam eine 41-Jährige aus dem Südkreis noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon. Die Frau musste sich gestern vor dem Marburger Amtsgericht wegen Unterschlagung verantworten.

Marburg. Nach einem Gespräch hinter verschlossenen Türen, nach dem ihr das Gericht eine Höchststrafe von fünf Monaten für den Fall eines Geständnisses zugesagt hatte, ließ die Angeklagte über ihren Anwalt erklären, dass der Vorwurf der Staatsanwaltschaft zutrifft.

Demnach vergaß der Neffe ihres Lebensgefährten im Januar in ihrer Wohnung Ausweispapiere und einen Laptop. Die Herausgabe habe die Frau mit dem Hinweis verweigert, dass es noch eine offene Rechnung gebe. Bei einer polizeilichen Durchsuchung im März wurden zwar die Papiere gefunden, der Computer im Wert von etwa 300 Euro war jedoch weg.

Das Gericht hielt sich letztendlich an seine Zusage. Die fünf Monate Haft wurden auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Dies sei trotz zweier laufender Bewährungen, wenn auch „mit Bauchschmerzen“, noch einmal möglich, betonte Richter Dirk Schauß. Es handele sich im Gegensatz zu vorherigen Taten um eine familiäre Auseinandersetzung, die keine Außenwirkung gehabt habe. Ansonsten hätte sich die Frau seit ihrer vorherigen Verurteilung nichts zuschulden kommen lassen.

Bei den Betrugsfällen hat es sich laut Schauß vor allem um Bestellungen gehandelt, die die 41-Jährige nicht bezahlen konnte. Die Wiedergutmachungszahlungen leiste sie seit den letzten Urteilen regelmäßig und verlässlich in Raten. Nach deren Abzahlung muss sie nun als Bewährungsauflage auch die 300 Euro in Raten zahlen.

„Es gibt keine Möglichkeit, Sie vor dem Gefängnis zu bewahren, sollte noch einmal etwas vorfallen“, mahnte der Richter. Alle Bewährungsstrafen seien dann zu vollstrecken und die Angeklagte müsse mehr als ein Jahr in Haft, das müsse sie im Hinterkopf haben.

Angesichts ihrer knappen finanziellen Verhältnisse riet ihr Schauß, zukünftig nur per Vorkasse zu zahlen, und „mit mindestens drei Sicherheitsgurten irgendwelche Geschäfte einzugehen“.

von Heiko Krause

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