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Erinnerung an vergangene Grenzgänge

Grenzgang Biedenkopf Erinnerung an vergangene Grenzgänge

Eine Tanzkarte aus dem Jahre 1886 und eine Karte der Vereinigten Burschenschaft von 1907 zum Grenzgangsfest in Biedenkopf ergänzen die Sammlung an Exponaten im Schlossmuseum.

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Karl Heinz Schneider, Ehrenmitglied des Grenzgangskomitees, stiftete diese beiden Karten zu den Grenzgängen aus den Jahren 1886 und 1907.Foto: Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf

Biedenkopf. Im Grenzgangsmonat August bietet das Hinterlandmuseum eine besondere Attraktion: die Ausstellung von Exponaten, die mit dem Grenzgang verwoben sind. Gezeigt werden eine Tanzkarte aus dem Jahre 1886 und eine Karte der Vereinigten Burschenschaft aus dem Jahre 1907.

Die Kärtchen, die an Grenzgänge längst vergangener Tage erinnern, hat der Biedenkopfer Karl Heinz Schneider, Vorsitzenden des Schlossvereins Biedenkopf, zur Verfügung gestellt. Schneider ist ein eingefleischter Grenzgänger und ist mittlerweile auch Ehrenmitglied des Grenzgangskomitees.

Das ältere der beiden Kärtchen, das violette Tanzkärtchen, wurde zum Grenzgangsfest im Jahre 1886 gedruckt. Tanzkarten berechtigten zur Teilnahme am Tanz auf dem damaligen Festplatz am Seewasem. Der Verkauf der Tanzkarten diente der Finanzierung des Grenzgangsfestes und erbrachte Ende des 19. Jahrhunderts etwa zehn Prozent der Einnahmen ein. Der Anlass, Verwendungszweck und Gebrauchshinweis werden in vier verschiedenen Schriftarten in schwarzer Druckfarbe genannt: „Grenzgangsfest/ Tanzkarte/gültig am 20. August 1886“. Die Tanzkarte war sichtbar zu tragen.

Das Grenzgangsfest des Jahres 1886 markiert einen besonderen Punkt in der Festgeschichte. Da der Grenzgang seit dem ersten „Grenzgangsfest“ im Jahre 1839 nur in unregelmäßigen Abständen gefeiert worden war, setzte sich ein im Jahre 1881 gegründetes „Comité“ für den Erhalt des Festes ein und ließ die Tradition im Jahre 1886 wieder aufleben.

Die Anschaffung einer Fahne zum Grenzgang 1886, die heute als „Stadtfahne“ dem Festzug vorangetragen wird (die OP berichtete), kennzeichnet die historische Besonderheit des Jahres. Im März 1887 wurde auf Betreiben des Komitees der Grenzgangsverein Biedenkopf gegründet.

Das zweite Exponat ist auffallend beige und grün gestreift. Es handelt sich um eine Karte, die von allen Mitgliedern der Burschenschaft beim Grenzgang 1907 sichtbar getragen wurde. In drei verschiedenen Schriftarten lässt sich in hellbrauner Druckfarbe „Vereinigte Burschenschaft/Biedenkopf/Grenzgang 1907“ lesen. Eine Karte dieser Art identifizierte die unter einer Fahne stehenden Mitglieder der Burschenschaften an den Grenzgangstagen.

Bereits vor den Grenzgangsfesten wurden und werden eine Reihe von Erinnerungsstücken produziert, die mit einer speziellen Widmung auf das Grenzgangsfest und das Jahr des Festes weisen. Ein besonderes Andenken wurde mit einem kleinen Tabakpfeifenkopf geschaffen, der ebenfalls im August in der Ausstellung des Museums zu sehen ist. Der kleine Pfeifenkopf trägt die Aufschrift „Grenzgang/1894/Biedenkopf“ und misst nur wenige Zentimeter. Er ist offenbar nicht für den Gebrauch bestimmt.

Zu sehen sind die Exponate in einer Vitrine in der Schlossküche. Dort können Besucher Exponate besichtigen, sie sonst im Depot gelagert sind und nur zu passenden Sonderausstellungen gezeigt werden.

Die Öffnungszeiten des Hinterlandmuseums sind: dienstags bis sonntags: 10 bis 18 Uhr.

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