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Hinterland Energische Genossen gesucht
Landkreis Hinterland Energische Genossen gesucht
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18:30 29.10.2013
Auf dem hinteren Teil dieser „Kyrill“-Fläche oberhalb von Rachelshausen könnten Windkrafträder gebaut werden. Die Planungen für das Projekt sind recht weit fortgeschritten. Foto: Hartmut Berge
Gladenbach

Das „ZukunftsForum“ hat sich ein großes Ziel gesteckt: Hundert Prozent erneuerbare Energien im Stromnetz Gladenbach. Und es ist davon überzeugt, dass dies ohne den Einsatz von Windkraftanlagen nicht machbar ist.

Im Dezember 2011 hatte das „ZukunftsForum“ vor 140 interessierten Bürgern in Rachelshausen das Konzept für die Errichtung von vier Windkraftanlagen am Rande der Gemarkungen von Rachelshausen und Römershausen vorgestellt.

Die Anlagen sollen größtenteils auf Windwurfflächen entstehen, das würde großflächige Rodungen überflüssig machen.

Nicht weit davon entfernt - am Hilsberg - soll der geplante Windpark der Gemeinde Bad Endbach entstehen.

Zwei Windkrafträder könnten auf städtischem, zwei weitere auf privatem Grund entstehen, so der Plan. Die von den Rachelshäusern eingeforderten und von den Verantwortlichen zugesicherten Mindestabstände von 1000 Metern sollen auf jeden Fall eingehalten werden. Die Abstände lägen damit deutlich über den gesetzlichen Vorgaben. Die Abstände zu Holzhausen sind sogar noch um einiges größer als 1000 Meter.

Aus der Bevölkerung kam durchweg positive Resonanz. Es folgten einstimmige Beschlüsse der städtischen Gremien zur Entwicklung des Windenergiepotentials in Gladenbach.

Dem Standort bei Rachelshausen wurde erste Priorität zugesprochen.

Die Firma „BürgerWind Gladenbach“ (BWG) wurde ins Leben gerufen. Der Projektierungsgesellschaft gehören die vier Geschäftsführer Harald Schneider (Gladenbach), Ulf Schmidl (Lohra), Joachim Wierlemann und Frank Heuser (beide Biebertal) an. Sie alle haben Erfahrungen mit Windkraft-Projekten.

Im Juni fasste das Gladenbacher Stadtparlament den Beschluss, BWG mit der Planung von vier Anlagen bei Rachelshausen zu beauftragen. Die Projektierungsgesellschaft bereitet den Genehmigungsantrag vor, beauftragt die nötigen Gutachten und führt langfristige Windmessungen durch, mit deren Hilfe die optimalen Standorte für die Anlagen gefunden werden sollen.

Bürgerbeteiligung, regionale Wertschöpfung und die Zusammenarbeit mit der Stadt Gladenbach seien die Leitgedanken des Vorhabens, erklärt Siegfried Klein vom „ZukunftsForum“. In einem Aufruf des Forums heißt es: „Nun geht es konkret darum, die Bürgerbeteiligung an diesem Energieprojekt über eine Bürgerenergiegenossenschaft vorzubereiten, damit sich viele Bürgerinnen und Bürger an dem Windprojekt beteiligen können.“

Die Bürgerenergiegenossenschaft Gladenbach soll künftig als maßgeblicher Teilhaber (Kommanditist) der noch zu gründenden Betreibergesellschaft fungieren.

Weil bei der Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft nichts ohne Bürgerengagement und Idealismus geht, ruft das Forum Menschen aus Gladenbach und Umgebung auf, sich ehrenamtlich an der Gründung und am Aufbau einer Genossenschaft zu beteiligen.

Neben Engagement und Idealismus wäre berufliche Erfahrung und Qualifikation, idealerweise im Finanzwesen, in der Verwaltung oder auch im sonstigen wirtschaftlichen, juristischen oder sozialen Bereich von Vorteil, heißt es in dem Aufruf.

Wenn die Genossenschaft auf sicheren Beinen steht, soll es um die finanzielle Beteiligung an dem Windpark-Projekt gehen.

Interessierte Bürger wenden sich ans „ZukunftsForum“, Juliane Müller-Henkel, Am Spreth 5, 35075 Gladenbach, Telefon 06462/408872, E-Mail: zukunftsforum@freenet.de

von Hartmut Berge

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