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Das Ende des Toilettenhäuschens

Schloss Biedenkopf Das Ende des Toilettenhäuschens

Der Abbruch des Häuschens läuft und soll bis zu den Schlossfestspielen im August abgeschlossen sein. Neue Toiletten an anderer Stelle – nämlich im „Eisernen Heinrich“ – sind bereits fertig.

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Das Toilettenhäuschen im Hof des Biedenkopfer Landgrafenschlosses wird abgerissen.

Quelle: Susan Abbe

Biedenkopf. Die zusätzliche Fläche im Schlosshof ist für die Schlossfestspiele schon verplant. Dort entstehen Zuschauerplätze. Die Tickets sind schon im Verkauf.

Die Überlegungen zum Abriss des Toilettenhäuschens laufen schon seit Monaten (wir berichteten). Zuständig ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Eigentümer des Schlosses. Beraten wird der Kreis von Fachleuten des Landesamtes für Denkmalschutz. Und die weisen laut Landrätin Kirsten Fründt (SPD) und Kulturreferent Markus Morr schon seit Jahren darauf hin, dass das Häuschen architektonisch ein Fremdkörper im Schlosshof sei. Der Bau, der in seiner jetzigen Form aus dem Jahr 1975 stammt, sollte deshalb entfernt werden.

Dieser Empfehlung sind die Gremien des Landkreises jetzt gefolgt. Ende 2016 habe der Kreistag – im Zuge der Abstimmung über den Wirtschaftsplan – die Umbauten im Bereich des Biedenkopfer Schlosshofes befürwortet, erklärt Morr.

„Eiserner Heinrich“ 
wird komplett erneuert

Bevor der Kreis das Toilettenhäuschen abreißen konnte, musste allerdings Ersatz her. Platz dafür haben die Verantwortlichen im Veranstaltungsraum „Eiserner Heinrich“ im unteren Teil des Schlosshofes geschaffen. Die dort vorhandene Toilettenanlage wurde dazu saniert und erweitert. Entstanden sind vier Damentoiletten, zwei Herrentoiletten, zwei Urinale und – laut Morr und Fründt besonders wichtig – eine Behindertentoilette, die bisher im Schloss fehlte.

Der „Eiserne Heinrich“ musste für die Erweiterung der sanitären Anlagen allerdings verkleinert werden: Von bisher 45 Quadratmetern Fläche bleiben nach dem Umbau noch 32 oder 33 Quadratmeter. Der Veranstaltungsraum soll aber ebenfalls komplett erneuert, der vorhandene Raum effizienter genutzt werden. Die wuchtige Theke etwa soll durch ein kleineres Möbelstück ersetzt werden. Unter dem Strich soll der „Eiserne Heinrich“ auch in Zukunft als Veranstaltungsraum nutzbar bleiben, sagt Morr.

Die Arbeiten dort sind noch nicht abgeschlossen, die neuen Toiletten sind aber bereits fertig. Die Voraussetzung für den Abriss des Toilettenhäuschens war damit gegeben. Der Abbruch soll so erfolgen, dass die Holztüren und das Gebälk nicht beschädigt werden, sondern erhalten und aufbewahrt werden können. Denn der Kreis denkt laut Morr über einen Wiederaufbau des Häuschens – an neuem Ort und mit neuer Nutzung – nach.

Gebälk und Türen bleiben erhalten

Vorschläge dazu hat auch der Biedenkopfer Schlossverein unterbreitet. Er favorisiert laut seines Vorsitzenden Jürgen Meyer ­einen Standplatz nahe der Ludwigshütte, am Promenadenweg unterhalb der Überführung des Zubringers zur Umgehungsstraße. Das Häuschen könnte dort – ohne Türen und innen mit Info-tafeln ausgestattet – Radfahrern und Wanderern die heimische Industriegeschichte näherbringen, sagt Meyer. Auch die geschnitzten Türen des Häuschens hält der Verein für bewahrenswert.

Dass Gebälk und Türen erhalten bleiben, ist laut Kulturreferent Morr sichergestellt. Auf einen neuen Standort für das Häuschen legt er sich aber noch nicht fest. Ob und wo es wiederaufgebaut werden kann, werde noch geprüft. Geprüft wird in den kommenden Tagen auch, wie es nach dem Abriss des Häuschens im Schlosshof selbst weitergeht. Denn die Frage ist laut Morr, was unter dem Gebäude zum Vorschein kommt. Zu klären sei dabei auch, ob und wie die Fläche für die Schlossfestspiele befestigt werden kann.

von Susan Abbe

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