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Eiserne Rosen für Norwegen

Globales Schmiede-Projekt Eiserne Rosen für Norwegen

Eine Aktion, die die ganze Welt zusammenschmiedet - und zwar im wörtlichen Sinne: Zwei Norweger riefen Schmiede in aller Welt dazu auf, eine Rose herzustellen. Aus den einzelnen Blumen soll dann ein Mahnmal entstehen. An der Aktion beteiligt sich auch Gerald Lanz aus Rosenthal.

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In gut fünfeinhalb Stunden hat Gerald Lanz die Rose aus Stahl geschmiedet, die er nun per Post nach Norwegen sendet.

Quelle: Privatfoto

Rosenthal. Ein Globus, der von Rosen bedeckt ist - so stellen sich Tobbe Malm und Tone Mörk Karlsrud ihre mindestens vier Meter hohe Skulptur vor. Sie soll ein Mahnmal werden und an die Anschläge von Oslo und Utoya im vergangenen Juli erinnern (siehe Zahlen & Fakten). Damals waren die beiden Norweger Schmiede Malm und Karlsrud auf dem Weg zu einem Schmiedetreffen. Der Schock über die vielen Toten und die Kaltblütigkeit des Attentäters saß tief, in der Gemeinschaft aber fühlten sie Zusammenhalt. So entstand laut Deutscher Handwerkszeitung die Idee für ein globales Projekt. „Lasst die Liebe wachsen - mit Hämmern und Feuern“: Mit diesen Worten riefen die beiden über das soziale Netzwerk Facebook und über den internationalen Bund der gestaltenden Schmiede dazu auf, ein Mahnmal aus Rosen zu errichten.

Für Rosen entschieden sich die Norweger Schmiede, weil ihre Landsleute vor gut einem Jahr ein Meer aus Rosen als Zeichen der Solidarität und Liebe gegen die Taten von Anders Breivik in den Straßen der Landeshauptstadt ablegten. Dieses Bild wollten Malm und Karlsrud aufgreifen - für immer festgehalten in Eisen.

Eine Rose entsteht in gut fünfeinhalb Stunden

Als der Rosenthaler Kunstschmied Gerald Lanz von der Aktion erfuhr, war er sofort Feuer und Flamme. Und bald war selbiges auch in seiner Werkstatt zu sehen. Gut fünfeinhalb Stunden hielt er einen Stahlstab ins Feuer, bearbeitete ihn bis er im unteren Bereich nur noch wenige Millimeter dünn war, spaltete das obere Ende mehrere Male fast bis zur Mitte und ließ so eine filigrane etwa 40 Zentimeter große Rose entstehen.

„Ich bin über die Deutsche Handwerkszeitung auf das Projekt aufmerksam geworden“, berichtet Lanz. Und weil die besondere Technik, das Schmieden einer Rose aus einem Stück, gut in seinen Tätigkeitsbereich passte, nahm er die Arbeit kurze Zeit später in Angriff. „Ich finde die Aktion einfach toll und wollte mich unbedingt beteiligen“, ergänzt der 43-jährige gebürtige Österreicher, der seit 1989 in Hessen lebt und arbeitet. Eine Rose zu schmieden, sei für ihn nichts Neues gewesen, „aber das Projekt war trotzdem ein Ansporn, ein schönes Werk herzustellen“. Per Post schickt er seine eiserne Rose in den nächsten Tagen nach Norwegen, hofft, dass sie dort gut ankommt und ihren Platz im Mahnmal findet. Mehr als 300 Schmiede aus aller Welt haben es ihm bereits gleichgetan, die Organisatoren selbst rechnen am Ende mit insgesamt 600 bis 700 Rosen.

Das Schmiedekunststück von Gerald Lanz ist übrigens rund 300 Euro wert - zumindest was das Material und die Arbeitszeit angeht. Der ideelle Wert dürfe weitaus höher sein.

von Katharina Kaufmann

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